Terraforming

 

Der Mensch –

Er ist das Einzige Lebewesen auf diesem Planeten, das in der Lage ist, seine Umgebung, seinen Lebensraum, nach seinen Vorstellungen zu formen.

Unbekannter Wissenschaftler (Erde, 21. Jahrhundert)

 

Prolog

 

Mein Name ist Herbert Cramer. Die meisten Menschen nennen mich Herb. Ich bin Journalist und von der Terra Forming Company angestellt worden, um die Ergebnisse der Untersuchungen, die das Prospektorenschiff GENESIS 2685 auf Orionis 4 vornimmt, zu protokollieren. Die TFC hat sich zur Aufgabe gemacht, neuen Lebensraum fŸr die Menschheit zu erkunden und zu erschlie§en.

Vor einigen Jahrzehnten hatte die TFC den Planeten Orionis 4 im Sternbild Orion bereits durch Robotsonden erkunden lassen. Das Planet Research Information System fŸhrt die Daten als vielversprechend auf.

Der Planet hat eine erdŠhnliche Schwerkraft. Die SauerstoffatmosphŠre ist allerdings nur sehr dŸnn. Derzeit kommt man ohne AtemgerŠte oder DruckanzŸge nicht aus. Zumindest nicht lange oder unter kšrperlicher Belastung. SŸ§- und Meerwasser sind ebenfalls vorhanden.

Auch hier sind die Polachsen leicht geneigt, was wiederum zu Jahreszeiten fŸhrt. Ein Tag ist hier rund 36 Erdstunden lang und ein Planetenjahr dauert 168 Tage. Die NŠchte sind nicht gŠnzlich dunkel, wie das auf der Erde der Fall ist. Sollten die Menschen einmal hier siedeln, so hŠtten die Verliebten auf dieser Welt einen Nachteil gegenŸber den Paaren auf der Erde: Orionis 4 hat keinen Mond...

 

1.

 

Am 318. Tag schwŠrmten wieder unsere Prospektoren aus, um weitere Untersuchungen des Bodens und der spŠrlichen Flora vorzunehmen. Bisher kamen die Spezialisten immer mit unspektakulŠren Ergebnissen wieder. Sollte sich dies nicht bald Šndern, wŸrde mein erster Zwischenbericht an die TFC sehr mager ausfallen.

 

*

 

ÈIch habe LEO die Hand geschŸttelt!Ç

Die Meldung des Prospektors war die Nachricht des Tages.

ÈJ.J., bist du dir auch wirklich sicher?Ç Vor Aufregung Ÿberschlug sich meine Stimme.

ÈWofŸr hŠltst du mich? FŸr einen StŸmper?Ç Jason Johnston Ÿbte seinen Beruf schon Ÿber zwei Jahrzehnte aus. Bodenanalytik gehšrte zu seinen Spezialgebieten. So stand es in seiner Personalakte, die mir in der Vorbereitungsphase von der TFC zur Einsicht vorgelegen hatte.

ÈAber zu deiner Beruhigung: ich mache die Analyse noch mal.Ç J.J. hatte seine Helmkamera zugeschaltet. Man konnte erkennen, dass er auf dem Boden kniete, offensichtlich vor einer SchŸrfgrube, aus der er die oberen Bodenschichten entfernt hatte. Er stach eine kleine Probenahmeschaufel in das Erdreich, ŸberfŸhrte die Probe in das AnalysegerŠt und verschloss den EinfŸllstutzen. Dann drŸckte er den Knopf zum Start der PrŸfung. Einige Augenblicke spŠter blinkten wechselnd Kontrollleuchten auf und zeigten das Ende der Untersuchung an. Noch einmal rief er das Ergebnis Ÿber einen Touchscreen ab.

ÈPositiv! Sag' ich doch!Ç Wahrscheinlich wunderte sich der Bodenanalytiker in diesem Augenblick darŸber, dass jemand, der nicht vom Fach war, seine Kompetenz anzweifelte. ÈDu kannst deinen Federkiel schŠrfen, Herb. Du wirst der Erste sein, der die Nachricht an die TFC weitergibt.Ç

ÈWas soll dieser Kommentar?Ç, mischte sich unser Commander ein. Er war aus dem Hintergrund direkt neben mich getreten.

ÈCommander Woodward, SirÇ, sprach ihn Jason an. ÈEiner muss die Information schnellstens zur Erde Ÿbertragen.Ç

ÈWann eine Nachricht der Terra Forming Company Ÿbermittelt wird, wer dies tut und wann dies geschieht, entscheide immer noch ich!Ç, klŠrte Woodward seinen Prospektor auf.

Die QualitŠten des Commanders standen bei allen Crewmitgliedern au§er Frage. Alex Woodward hatte schon einige Dutzend Erkundungsmissionen fŸr die TFC geleitet. Er war ein harter, aber gerechter Befehlshaber. Bei ihm gab es eine klare Reihenfolge: zuerst das Wohl seiner MŠnner, dann das Material und zum Schluss das Ziel der Mission: Potentiellen Lebensraum fŸr die Menschen der Erde erkunden. Nicht allen EntscheidungstrŠgern bei der TFC war diese Reihenfolge genehm. Sie favorisierten die umgekehrte PrioritŠt.

Unser gelandetes Prospektorenschiff, die GENESIS 2685, diente gleichzeitig als Basislager.

ÈJohnston, kommen Sie zum Schiff zurŸck! Bringen Sie auch eine grš§ere Probe mit. Wir lassen daran die Ergebnisse im Bordlabor verifizieren.Ç

Jason bestŠtigte knapp und machte sich daran, sein Equipment einzupacken.

 

*

 

Sollte sich das Untersuchungsergebnis von Johnston auch bei einer grŸndlichen PrŸfung im Bordlabor bestŠtigen, wŸrden nach einer Meldung an die Einsatzleitstelle unserer Auftraggeber von dort die nŠchsten Schritte in Gang gebracht. Wenn die nŠchste Phase begann, wŠre diese Welt bereits seit langem wieder Menschenleer sein.

Wie sahen diese Schritte aus?

Es mŸsste zunŠchst eine dichtere AtmosphŠre gebildet werden. Millionen von Containern mit widerstandsfŠhigen Pflanzen wŸrden zu dieser Welt gesandt werden mŸssen. Nach ihrem Eintreffen wŸrden daraus Roboter entsteigen. Sie wŸrden die Pflanzen in das Erdreich versetzen und pflegen. Nach einiger Zeit des beschleunigten Wachstums wŸrden die BlŠtter durch Photosynthese Sauerstoff erzeugen. Das wŸrde Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte in Anspruch nehmen.

Das nŠchste Problem bildete die Temperatur auf dieser Welt. Hier war es nštig, im nŠchsten Schritt diese neue AtmosphŠre zu verunreinigen.

Was fŸr ein Widerspruch! Um einen Planeten fŸr Menschen der Erde bewohnbar zu machen, musste die Luft verschmutzt werden. Staub und Partikel in der Luftschicht wŸrden fŸr einen Treibhauseffekt sorgen, der eine ErwŠrmung mit sich brŠchte. Gewaltige Filteranlagen wŸrden dann, wiederum hundert Jahre spŠter, diese verschmutzte Luft sŠubern und damit atembar machen. Jetzt kŠme die Vorhut der Menschheit. Farmer wŸrden den Boden kultivieren und Nahrung anbauen. Erste GebŠude wŸrden errichtet werden und dann...

Nein, ich musste aufpassen, dass meine Euphorie mein Urteilsvermšgen nicht einschrŠnkte. Noch war es nicht so weit, noch lange nicht.

 

2.

 

Der Mensch –

Er ist das Einzige Lebewesen auf diesem Planeten, das aus Habgier seine Artgenossen tštet.

Unbekannter Wissenschaftler (Erde, 21. Jahrhundert)

 

*

 

ÈKommen Sie, Cramer, setzen Sie sich. Ich wollte ohnehin mit Ihnen gesprochen haben.Ç Der Commander Alex Woodward deutete auf einen Sessel vor seinem einfachen Schreibtisch. Ob es sich um Laboratorien, der Krankenstation, den Maschinenbereichen oder den Kabinen der Mannschaft handelte; alles musste spartanisch, aber funktionell eingerichtet sein.

ÈGern, vielen DankÇ, entgegnete ich und nahm Platz.

ÈCramer, es ...Ç Ein plštzlicher Knall, gefolgt von einer ErschŸtterung, die das Schiff erbeben lie§, schnitt dem Commander das Wort ab. Was war das? WŠhrend ich noch nach Fassung rang, reagierte Woodward sofort. Ein Druck auf die Ruftaste des Bordcoms und er hatte eine Verbindung mit der BrŸcke.

ÈHier Woodward. Was ist los?Ç, forderte er von der BrŸckencrew zu Wissen.

Mit einer kurzen Verzšgerung meldete sich Yomo N'tuma, der schwarz-afrikanische, erste Offizier unseres Prospektorenschiffs. ÈEs sieht so aus, als ob etwas eines unserer LandestŸtzen gerammt hŠtte.Ç

Bevor er noch weiteres €u§ern konnte, wies ihn der Commander an, sich mit ihm an der Bugschleuse zu treffen.

 

*

 

Als wir eintrafen – ich hatte mich unaufgefordert dem Commander angeschlossen – erwartete uns der erste Offizier bereits an der Schleuse.

ÈSirÇ, begann Yomo sofort seinen Bericht, Èmit den Au§enkameras habe ich die LandestŸtze abgefahren und É nun, ŠhÉÇ

ÈStammeln Sie nicht daher! Was ist da drau§en los?Ç, unterbrach ihn Woodward und griff nach einem rechts neben dem Schleusenschott aufgereihten Druckanzug. Der erste Offizier und ich taten es ihm gleich. Nachdem eine grŸne Signalleuchte technische Bereitschaft zur …ffnung des Schotts anzeigte, konnten wir es wagen, auf die OberflŠche hinauszutreten. Yomo hatte sich inzwischen gefasst.

ÈSehen Sie selbstÇ, antwortete N'tuma, drehte sich um und betŠtigte den …ffnungsmechanismus. Mit einem Pfeifen glitt das Schott zur Seite. Sofort stŸrmten wir hinaus. Ein grausiger Anblick erwartete uns.

Ein Hoverbike war gegen eine LandestŸtze geprallt und všllig deformiert. Die Anprallgeschwindigkeit musste so hoch gewesen sein, dass die Maschine sich teilweise um die StŸtze herum verbogen hatte. Doch das war von sekundŠrem Interesse. Wo war der Fahrer?

Wir blickten umher. Yomo entdeckte hinter uns eine auf dem Boden liegende Gestalt. Wir eilten zu ihr. Woodward kniete neben unserem Crewmitglied. Vorsichtig drehte er die Gestalt auf den RŸcken. Offensichtlich war der Fahrer durch die Wucht des Aufpralls aus dem Sattel geschleudert worden. Man musste das Schlimmste befŸrchten.

Da unsere DruckanzŸge automatisch auf der gleichen Frequenz sendeten, konnten wir uns mŸhelos verstŠndigen.

ÈHelfen Sie mir! Schnell!Ç, forderte uns Woodward auf.

Sofort packten wir zu und trugen gemeinsam unseren Kollegen in die Schleuse. Dort legten wir ihn vorsichtig auf den Boden. N'tuma schloss das Schott. Alles Weitere ging automatisch. Sobald das Kontrolllicht wieder grŸnes Licht zeigte, šffneten wir unsere Helme. Der Commander kniete sofort neben dem Prospektor und befahl: ÈHolen Sie den Bordarzt! Hoffentlich ist es nicht zu spŠt.Ç Yomo rief Ÿber den Bordkom den Arzt, genauer unsere €rztin Helen Dogerty. Inzwischen hatte Alex Woodward den Helm des Verletzten abgenommen. Es war Christine O'Neill, eine Spezialistin fŸr Geohydraulik. Sie schwitzte stark, so dass ihre langen, dunkelblonden Haare an ihrem Gesicht klebten. Sie atmete schwer und schnell.

ÈNicht reden!Ç, versuchte Woodward beruhigend auf sie einzureden.

ÈCom... CommanderÇ, keuchte sie, Èes ist aber ... wichtig!Ç

ÈWarten Sie, bis unsere €rztin eintrifft. Sie mŸssen sich schonen. Wer wei§, was in Ihrem hŸbschen Kšrper so alles kaputt gegangen ist.Ç Er lŠchelte dabei, doch der Versuch einer Aufmunterung schien nicht zu gelingen.

Wie auf ein heimliches Stichwort traf Helen Dogerty ein. Sie trug ein kleines Medoset bei sich. ÈSorry, es hat etwas gedauert. Ich musste noch die Einsatztasche suchen. Ist sie ansprechbar?Ç, wollte sie von uns wissen und kniete sich neben den Commander. Wir bestŠtigten. Dann richtete sie sich an die Verletzte. Die €rztin stellte kurze, prŠzise Fragen an die Patientin, tastete an Armen und Beinen mit leichtem Druck ihren Kšrper ab. Nach einigen Momenten teilte sie uns ihren vorlŠufigen Befund mit. ÈIch werde sie auf der Krankenstation nŠher untersuchen mŸssen. Es scheint nichts gebrochen. Die Prallkissen, die der Anzugcomp automatisch aufblŠht, scheinen Schlimmeres verhindert zu haben. Die Prallkissen, die zwischen den Anzugschichten liegen...Ç

ÈIch wei§, ich wei§Ç, unterbrach der Commander die BordŠrztin, ÈSie brauchen mir unsere Sicherheitseinrichtung in den AnzŸgen nicht zu erklŠren!Ç

Plštzlich ergriff Geohydraulikerin O'Neill den Unterarm des Commanders.

ÈBitte, hšren Sie mir zu! Es ist wichtig!Ç Sie rang nach Atem. Dr. Dogerty holte eine Pneumospritze aus ihrem Medoset und injizierte ihr etwas. Sicher ein StŠrkungsmittel, denn schon fiel ihr das Atmen leichter.

ÈDie ETC ist hier! Sie mŸssen alles gehšrt haben!Ç Als wŠre alles damit gesagt verstummte sie. Die Earth Transformation Consulting, kurz ETC, verfolgte prinzipiell das gleiche Ziel, wie unser Team.

ÈWoher wissen Sie, dass die ETC hier ist?Ç Der Commander wurde etwas eindringlicher.

ÈIch machte meine Untersuchungen an einigen Feldproben, als plštzlich eine Schwebeplattform mit den Hoheitszeichen der ETC auftauchte.Ç Das Medikament schien gut anzuschlagen. Ihr Bericht wurde flŸssiger. ÈEinige MŠnner stiegen aus und kamen auf mich zu. Sie bedrohten mich mit einem Strahler und hielten mir einen Funkstšrsender vor den Helm.Ç Sie legte eine Pause ein. Dann fuhr sie fort. ÈIch konnte euch nicht warnen.Ç Sie schluckte und benetzte ihre Lippen. ÈEiner von ihnen sagte etwas davon, dass wir LEO gefunden hŠtten, glaube ich.Ç

Der Commander zog die Brauen zusammen. Seine Lippen bildeten eine schmale Linie.

ÈDie mŸssen unseren Funkverkehr abgehšrt habenÇ, mischte ich mich nun ein. ÈWarum haben wir die nicht vorher schon bemerkt?Ç, Ÿberlegte ich laut.

ÈViel interessanter ist die Frage, woher unsere Freunde die Bedeutung von LEO kennenÇ, sagte Yomo N'tuma, der noch immer am Schleusenschott stand.

ÈSie werden einen Spion in der Zentrale der TFC habenÇ, mutma§te der Commander.

ÈOder hier an BordÇ, ergŠnzte N'tuma.

 

3.

 

Der Mensch –

Er ist das Einzige Lebewesen auf diesem Planeten, das seinen eigenen Lebensraum durch sein Handeln systematisch zerstšrt .

Unbekannter Wissenschaftler (Erde, 21. Jahrhundert)

 

*

 

ÈWie sind Sie entkommen, Christine?Ç, wollte ich wissen.

ÈDie ETC-MŠnner wollten mich auf die Schwebeplattform bringen. Als zwei der MŠnner mich an den Armen packten, stie§ ich die Beiden gegen ihre Kumpane. Alle fielen Ÿbereinander. Sie behinderten sich gegenseitig bei dem Versuch, wieder aufzustehen. WŠhrend dessen lief ich zum Hoverbike, das nur wenige Schritte von meiner Untersuchungsstelle entfernt stand und sprang auf, startete und fuhr mit Hšchstgeschwindigkeit hierher zurŸck.Ç Sie schien sich schon besser zu fŸhlen und gewann immer mehr an Sicherheit zurŸck.

ÈDann werden diese Ganoven ihr sicher hierher gefolgt seinÇ, schlussfolgerte der Commander.

Wie zur BestŠtigung donnerten SchlŠge gegen das Schiff. Sofort erfŸllte ein Summen den Schleusenraum. Ein Schutzschirm hatte sich automatisch aufgefaltet. Ein schwellender Alarmton marterte unser Gehšr. Wir wurden angegriffen!

ÈWarum haben wir diese Hunde nicht frŸher bemerkt?Ç, wollte Yomo N'tuma wissen.

ÈVielleicht haben die eine Stealth-Beschichtung am Schiff oder benutzen ein Tarnkraftfeld. Keine Ahnung! Jetzt schnell zur BrŸcke.Ç Woodward blickte zur Verletzten, dann zur €rztin. ÈBleiben Sie bei ihr. Wir holen euch spŠter nach oben.Ç

ÈAye, Sir!Ç, bestŠtigte Dr. Dogerty den Befehl des Commanders.

 

*

 

N'tuma, Woodward und ich waren zur BrŸcke gelaufen. Die Lifte wagten wir momentan nicht zu benutzen. Einschlag auf Einschlag traf in unseren Schutzschirm. Es Šhnelte einem Gewitter, nur das wir keinen Blitz sahen, sondern ausschlie§lich den Donner hšrten.

Die BrŸckencrew begann sofort, als wir die Kommandoebene betraten, mit einer Reihe von Raporten. Der Commander befahl, selbst ein Ziel zu erfassen und zurŸck zu feuern.

Salve um Salve verlie§ die MŸndungen unserer GeschŸtze, die eigentlich zur Beseitigung von Hindernissen im All gedacht waren. Und jetzt dienten sie zur Verteidigung. Und zum Angriff.

Der Angreifer war das Schiff der ETC. Sie waren offensichtlich durch die Mannschaft der Schwebeplattform hierher gelotst worden.

Ich zog mich in den hinteren Teil der Kommandozentrale zurŸck. Hier waren jetzt die Spezialisten gefragt. Doch ich wŸrde alles Aufzeichnen, bis zum bitteren Ende.

 

*

 

Epilog

 

Der Mensch zeigte wieder einmal sein konsequentes Handeln. Auch auf einer abgelegenen Welt, die er eigentlich zu besiedeln beabsichtigte, folgte er seinem Naturell.

Er richtete sich hŠuslich ein, schaffte sich ein neues zuhause. Er gestaltete seine Umwelt und versuchte seinen Lebensstandard zu verbessern. Da fand er in einigen Erdschichten auf dieser fremden Welt etwas Vertrautes vor. Es hatte viele Namen in den Jahrtausenden auf der Erde erhalten: die Ršmer nannten es Pix tumens, ein aus der Erde tretendes Harz. In der Neuzeit wurde es spŠter das schwarze Gold genannt. Und heute spricht man unter dem Codenamen LEO von ihm: …L!

Zum ausklingenden 21. Jahrhundert fŸhrte der Mensch Kriege auf der Erde wegen dieses begehrten Rohstoffes.

Und hier, auf Orionis 4, tut er das gleiche! Er terraformt in letzter Konsequenz diese Welt. Er trŠgt auch den Krieg, die Gewinnsucht und Gier von der Erde auf diese unberŸhrte Welt!

Wann wird der Mensch endlich reifen, ja, begreifen, dass der Lebensraum Planet ein Geschenk der Schšpfung ist.

Vielleicht ist das der letzte Eintrag in meinem persšnlichen Logbuch, im Logbuch von Herbert Cramer, dem Berichterstatter der Terra Forming Company.

 

ENDE