1.
In meinem Traum glitt ich majestŠtisch mit dem Gravoboard durch die Stra§enschluchten meines Heimatplaneten, als ein hartnŠckiges Klingeln in meinen Schlaf vordrang und mich unsanft daran erinnerte, dass ich jetzt Frazier war, ein unwichtiger Mensch auf einem hŠsslichen Planeten namens Erde.
Marion neben mir murmelte nur unwirsch. Sie war tief in der Nacht heimgekommen. Wieder einer ihrer Vortragsabende. Die Klingel weckte sie nicht. Ihr Schlaf war beneidenswert tief.
Ich wankte zur EingangstŸr. Pete und Fran lugten aus ihrem Zimmer und schauten mich Šngstlich an. ãBleibt drin!Ò, zischte ich ihnen zu.
Ich prŸfte die Kette, bevor ich šffnete.
ãAgentur fŸr nichtterrestrische AngelegenheitenÒ, stellte sich der schnauzbŠrtige Fettsack vor. Hinter ihm stand ein aalglatter, kaugummikauender Beamter, unter seinem Jackett machte ich die Konturen einer Handfeuerwaffe aus. Drau§en war Nacht, unsere Vorstadt lag im tiefen Schlaf.
Mir war klar, dass das nicht der Beginn einer wunderbaren Freundschaft war.
ãWas wollen Sie von mir? Ich bin kein Au§erirdischer und hier wohnen auch sonst keineÒ, log ich.
Der Fettsack schaute durch mich hindurch. ãWir mŸssen mit Ihrer Frau sprechen.Ò
2.
ãIch muss erst mal wach werdenÒ, brummte Marion. ãVielleicht kapiere ich dann auch, was Sie von mir wollen.Ò Die Beamten gestanden ihr eine Tasse Kaffee und ein halbes Brštchen zu. ãWir sind ja keine UnmenschenÒ, behauptete der Fettsack, der sich mittlerweile als Banks vorgestellt hatte. ãAber Sie mŸssen mitkommen zur Befragung.Ò
Frans Nase erschien wieder in der TŸr. Die Beamten hatten VerstŠndnis, dass ich die Kinder beruhigen musste. Auch wenn es keinen Grund zur Beruhigung gab.
Schlie§lich setzte ich Pete und Fran im Wohnzimmer vor den Fernseher, wŠhrend ich Marions Reisetasche ŸberprŸfte. Das meiste war noch von der Vortragsreise eingepackt. Ich ersetzte die SchmutzwŠsche gegen frische und brachte die Tasche in die KŸche.
ãSicher nur ein MissverstŠndnisÒ, murmelte ich. ãMarion ist doch keine Au§erirdische.Ò
Der Fettsack sah mich durchdringend an. ãSind Sie da so sicher?Ò
ZufŠllig war ich das. Marion gehšrte nicht zu uns.
3.
Der ganze Schlamassel begann vor sechs Jahren. Ein Kollege, nennen wir ihn Eail, war viel zu labil fŸr unseren Job. Wir hŠtten ihn zuhause lassen sollen. Dann Ÿbernahm ausgerechnet er diesen Regierungsbeamten. ZufŠllig war der Mann total frustriert, von seinem Job, seiner Scheidung, von allem.
Eail schaffte es nicht, seinen Wirt komplett in den Griff zu bekommen. Irgendwann rastete er aus und wŸtete drei volle Tage lang durch Chicago, verfeuerte insgesamt 125000 Schuss Munition und tštete dabei 3674 Menschen. Ich will es nicht beschšnigen, es gibt schšnere Methoden, sich fŸr die Gastfreundschaft zu bedanken.
Am Ende lag er nicht von Kugeln zersiebt auf dem Asphalt, sondern brach einfach heulend zusammen. Sie schnappten ihn, und beim Verhšr packte Eail aus. NatŸrlich glaubten sie nicht, dass er ein Alien war, das - wie viele andere - in den Hirnen von ahnungslosen MitbŸrgern herumspukte. Auch dass wir hier waren, um herauszufinden, ob wir diesen Planeten vielleicht doch besser aus dem Universum pusteten, hielten sie fŸr ausgemachten Quatsch.
Die Bullen fassten ihn hart an, zu hart fŸr seinen schlappen Herzmuskel. Er brach tot zusammen. Und dann geschah es. Aus der Leiche erhob sich Eails Mentalabdruck, eine wabernde blaue Aura, die davon schwirrte.
Jetzt kapierte sogar die Regierung, dass mein Kollege nicht gesponnen hatte. Sie verstanden: Gefahr! Es musste sofort gehandelt werden.
Kurz: Die Menschen fanden endlich etwas, um ihre ganze unterdrŸckte Paranoia so richtig von der Kette zu lassen. Und das musste man ihnen lassen: Sie taten es grŸndlich.
4.
Erst im Wagen bekam ich es richtig mit der Angst. Marion war noch immer ganz apathisch, vermutlich fehlte ihr der zweite Kaffee. Sie schaute aus dem Fenster.
Ich hatte die Kinder zur Schule geschickt und darauf bestanden, Marion zu begleiten. Banks willigte widerstrebend ein. ãIst nur eine RoutinebefragungÒ, brummte er.
Ich nickte wŸtend. Eure Routine kenn ich, dachte ich. ãGut, dann kšnnen wir ja zum Abendessen mit ihr rechnenÒ, sagte ich scheinbar ruhig.
Jetzt starrte auch Banks aus dem Fenster.
Der Aalglatte kaute energisch auf seinem Kaugummi. Das lenkte mich nicht genug ab, um nicht zu bemerken, dass er die ganze Zeit seine Rechte in der NŠhe der Waffe hatte.
ãBrauchen Sie die oft, wenn Sie jemanden zu einer Routinebefragung abholen?Ò
Er schaute mich verwirrt an, dann verstand er. ãManchmalÒ, presste er zwischen zwei besonders krŠftigen Kaubewegungen hervor.
5.
Ich wei§, es ist nicht gerade ein Beitrag zur VšlkerverstŠndigung, wenn man in den Geist eines Menschen eindringt und das Ich auslšffelt wie einen Teller Suppe. Aber unsere Mission war auch eine andere. Wir wollten wissen: Konnten wir es riskieren, diese Wesen, die sich Menschen nannten, am Leben zu lassen? Soviel fehlte nicht mehr, bis sie richtige Raumschiffe bauen und uns besuchen konnten.
Passives Beobachten aus dem Orbit brachte uns irgendwann nicht mehr weiter, also entsandten wir 2048 Leuten, um runter zu gehen. Nur wenn wir zu Menschen wurden, konnten wir herausfinden, wie die Menschen wirklich tickten.
Ich musste nicht Ÿberzeugt werden, dass ich etwas Richtiges tat, als ich mich im Hirn von Frazier Thomas einnistete, gerade zuhause rausgeflogen, weil seine Frau Veronica ihn mit diesem ãjungen FlittchenÒ Marion im Bett erwischt hatte.
Frazier war gerade dabei, seine Koffer in Marions teurer Loftwohnung abzustellen, als es passierte. Als ich passierte. Seitdem ist von ihm nichts anderes Ÿbrig als seine Erinnerungen und viele seine ziemlich lausigen Verhaltensmuster. Marion merkte nichts davon.
Der Rest ergab sich. Marion und ich heirateten irgendwann und zeugten zwei Nachkommen. Ich mochte meine tapsigen kleinen Erdenkinder. Und auch Marion mochte ich. Ich denke, sie war von Anfang an stark alien-affin. Ohne zu ahnen, dass sie mit mir an den Richtigen geraten war.
Als sie irgendwann anfing, VortrŠge darŸber zu halten, dass wir Menschen versuchen sollten, die Aliens zu verstehen, leuchteten bei mir die Alarmlampen.
Bei der ãAgentur fŸr nichtterrestrische AngelegenheitenÒ leider auch.
5.
ãBefragungslevel 1Ò sagte Banks fšrmlich. Es war eine Aufforderung an mich, zu gehen.
ãNun dennÒ, entgegnete ich kŸhl und lehnte mich im Besucherstuhl zurŸck. Ein Beamter eilte herbei und brachte mich zur TŸr.
Marion schaute mich verzweifelt an. Sie sa§ in ihrem Zahnarztstuhl, die Arme waren nicht festgeschnallt, aber die StahlbŠnder lagen bereit.
ãFrazier, was machen die hier?Ò
Ich sah sie nur hilflos an.
ãBefragungslevel 1Ò, sagte Banks nachdrŸcklich. Bevor mich jemand am Arm zerren musste, ging ich zur TŸr.
ãIch warte drau§en.Ò Hinter mir krachte die metallene TŸr zu.
Das ganze GebŠude war aus Stahlbeton und dickem, bruchsicheren Glas gebaut. In jeder Ecke lauerten Kameras und automatische Waffensysteme. Die Agentur gab sich nicht viel MŸhe, irgend etwas zu verschleiern.
6.
Ein Vormittag in einem trostlosen Gang, bei lausigem Kaffee aus einem verdreckten Automaten.
Banks trat aus der TŸr. Seine Schnurrbartenden hingen leidend herunter.
ãIst alles erledigt? Kšnnen wir heim?Ò fragte ich.
Banks Blick wurde regelrecht dŸster.
ãLeider nicht. Ich muss das erklŠren. Wir untersuchen, ob die Person von au§erirdischen Intelligenzen befallen ist. Drei Resultate kšnnen bei der Befragung herauskommen. Erstens: Sie ist befallen. Das zweite: Sie ist es nicht. Das dritte: Wir wissen es nicht.Ò
ãLassen Sie mich raten: Sie wissen es nicht.Ò
Der Kummer in seinem Blick gefiel mir nicht.
ãWahrscheinlich bringt aber Befragungslevel 2 Klarheit, sobald sich der Zustand Ihrer Frau wieder gebessert hat.Ò
7.
Ich machte mir nichts vor: Banks Sorge galt nur dem reibungslosen Verhšrverlauf. Falls ãVerhšrÒ das richtige Wort war.
Warum sie so rabiat vorgingen, war leicht zu beantworten: Weil sie keine besseren Methoden kannten, um uns zu identifizieren. Seit Eail hatten sie wenig gelernt, also blieb ihnen nur BrutalitŠt.
Banks kehrte in seine Folterkammer zurŸck. Ich blieb allein mit meiner Angst und Wut.
Nervšs schritt ich die GŠnge ab. Wenn ich vor den dicken StahltŸren stehen blieb, dann merkte ich, dass sie nicht vollstŠndig schalldicht waren. Schreie und der Prozess der Entmenschung drang durch den dicken Stahl, und die AuswŸchse dieses pervertierten Notwendigkeitswahns schoben sich durch die endlosen GŠnge wie ein steter, dickflŸssiger Strom der unentschuldbaren Schande.
TŸren sprangen auf, SanitŠter hasteten, retteten, damit weiter gefoltert werden konnte.
Wenig spŠter trat ein Mann aus einem anderen Verhšrraum. ãSie haben mich rausgelassen!Ò Unglaube, všlliges UnverstŠndnis.
Ein Psycho-Heini sprang herbei, versuchte zu beruhigen, Hilfsangebote zu unterbreiten.
Der Entlassene schrie animalisch auf und rannte davon. Der Beamte blickte ihm resigniert nach.
ãKommt es oft vor, dass Sie Leute wieder freilassen?Ò fragte ich den Mann. Er schaute durch mich hindurch. ãEs... es kommt vor.Ò
Er schaute durch mich hindurch. Er wusste, in welcher Situation ich mich befand. Ich war einer von viel zu vielen. ãSie wissen doch: Was geschieht, geschieht fŸr die Sicherheit der Erde.Ò
Ich konnte nicht anders, ich ohrfeigte ihn. Es tat gut, aber es brachte nichts.
Ich kehrte ich zu Marions Verhšrraum. HŠtte ich mir die Nummer 6-1-9 nicht gemerkt, hŠtte ich sie nie gefunden in diesem unendlich gleichfšrmigen Labyrinth der Schmerzen.
Banks kam heraus. ãGehen Sie endlich nach Hause. Hier kšnnen Sie nichts tun. Ihre Frau ruht sich aus.Ò
ãKann ich sie sehen, verdammt?Ò Ich spŸrte ein unbŠndiges Verlangen, diesen Mann mit Todesstrahlen aus dem Weltall in ein HŠufchen Asche zu verwandeln. Schade, dass es die nur im Film gab.
ãDas geht leider nicht, nicht in dieser Phase des Verhšrs.Ò
Ich lachte halb irre. ãIch soll nicht sehen, was Sie mit ihr gemacht haben. Sie haben Angst! Verdammt, warum ist unser Anwalt nicht hier? Wir leben in einem Rechtsstaat!Ò
ãAnwaltliche Begleitung ist bei einer einfachen Befragung durch die Agentur fŸr nicht-terrestrische Angelegenheiten nicht notwendigÒ, zitierte er seine Vorschriften und starrte Lšcher in den Boden. ãSie ist daher auch nicht zulŠssig.Ò
Er wehrte meine herannahende Faust sauber ab. Man merkte ihm die †bung an.
ãGehen Sie nach Hause. Denken Sie an Ihre KinderÒ, zischte er mir zu.
Resigniert lie§ ich den Arm sinken. Ich dachte an Pete und Fran. Dieser Punkt ging an den Fettsack.
8.
Wir waren einfach zu dumm gewesen, um zu bemerken, dass diese Wesen nur eine Handbreit davon entfernt waren, sich bei nŠchster Gelegenheit in rasende Folterknechte zu verwandeln.
Stattdessen hatten wir alles daran gesetzt, um diesen potentiellen Irren die TŸr zur Selbstverwirklichung zu šffnen. Und sie uns zu unerbittlichen Feinden gemacht.
Es stand nicht zu befŸrchten, dass wir zuhause unter der Masse an verliehenen Orden zusammenbrechen wŸrden.
Es gab wirklich nichts zu beschšnigen: Wir hatten es versaut. Aber diese Spezies war ohnehin rettungslos verloren, zu viel Gewaltbereitschaft, zu wenig Potential.
Ausnahmen gab es nur wenige. Marion war eine davon. Mir lag unendlich viel an ihr.
Meine Vorschriften sahen es vor, dass ich unsere Beziehung meinem Auftrag unterordnete und mich sofort daraus lšsen musste, wenn die Pflicht es verlangte. Die Praxis sah anders aus. Ich fŸhlte mich fŸr Marion verantwortlich, fŸr Pete und Fran.
Ich konnte mich aus alldem niemals wieder herauswinden.
9.
Es gab eine lausige Spaghetti Bolognese, als der Com sich meldete. Banks murmelte etwas von ãBefragungsstufe 3Ò. Ich Štzte in das Mikrophon, ob ich lieber einen Anwalt oder einen Priester mitbringen sollte. Banks legte auf.
Pete und Fran schauten mich an. In beiden Gesichtern – die nackte Angst. Sie verstanden nicht, was mit Marion passierte. Ich hŠtte sie beruhigen mŸssen, stattdessen strahlte ich selbst die nackte Panik aus.
Die Kinder brachten kein Wort heraus, aber ihre Blicke flehten mich an. Verdammt, ich wusste auch nicht, was ohne Marion werden sollte.
ãIch hole sie da rausÒ, murmelte ich. ãIch tue alles, um sie da heraus zu holen.Ò
10.
Als der Babysitter gegen 20 Uhr kam, raste ich zum Institut. Mittlerweile war ich entschlossen, alles auf eine Karte zu setzen. Mein Leben gegen das von Marion.
Eine Dreiviertelstunde spŠter klingelte ich an Befragungsraum 6-1-9. Einmal, zweimal, dreimal.
Die TŸr ging einen Spaltweit auf. Banks schaute mich ungehalten an ãSie sollten nicht hier sein! Es geht um...Ò
ãIch will ein GestŠndnis ablegenÒ unterbrach ich ihn. ãHiermit bekenne ich mich schuldig, ein Wesen von au§erirdischer Herkunft zu sein. Diesen Kšrper habe ich mir widerrechtlich angeeignet. Ich bin bereit, umfassend zu den HintergrŸnden unserer Intervention, die keine Invasion ist, auszusagen. Meine Aussagen werden weitreichend sein und die TŠtigkeit der Agentur vollstŠndig ŸberflŸssig machen.Ò
Banks Miene war vollkommen starr. ãUnd die Gegenleistung? Wir sollen Ihre Frau freilassen?Ò
ãSie hat nichts damit zutun, sie hat nur diesen verdammten Vortrag gehalten. Nehmen Sie mich, aber lassen Sie Marion gehen. Sie ist ein Mensch... wie Sie.Ò
ãWas denken Sie, wie oft ich mir so etwas anhšren muss?Ò, herrschte er mich an. ãLeute in Ihrer Situation gestehen alles Mšgliche, um ihren Partner zu retten. Damit behindern Sie uns bei der AusŸbung unserer Pflicht.Ò Man sah ihm an, wie widerwŠrtig ihm seine Pflicht war, aber doch so notwendig und wichtig.
ãIch kann Ihnen detaillierte Angaben Ÿber unsere Mission machen, Ÿber unsere Heimatwelt. Ich...Ò
Sein mitleidiger Blick brachte mich zum Schweigen. Ich als Angehšriger war fŸr die Agentur vollstŠndig unglaubwŸrdig. Und ich konnte nichts beweisen, alles, was ich von meiner wirklichen Existenz bei mir hatte, befand sich in meinem Gehirn.
Selbst wenn ich mich vor BanksÕ Augen umbrŠchte und die blaue Aura davon schwebte, wŸrde das niemanden von Marions Unschuld Ÿberzeugen.
Es gab fŸr mich keinen Weg, um diese Tštungsmaschinerie zu stoppen. In diesem Moment erlosch der letzte Funke Hoffnung in mir.
ãWie geht es Marion?Ò fragte ich leise. ãGibt es noch eine Chance?Ò
ãDiese Chance gibt es immerÒ, antwortete Banks kummervoll. ãDie Chance, dass sie die Nacht nicht Ÿbersteht, ist allerdings weit grš§er.Ò
11.
Es wurde eine Nacht des bangen Wartens. Fran und Pete waren irgendwann auf dem Sofa eingeschlafen. Ich hatte sie ins Bett getragen.
Gegen FŸnf klingelte der Com. Eine bekannte, routiniert kummervolle Stimme, eine erwartete Nachricht. Um 4:47 hatte Marions Herz aufgehšrt zu schlagen. Keine Au§erirdische, murmelte Banks, keine blaue Aura.
ãRufen Sie morgen frŸh noch mal an und erzŠhlen das ihren KindernÒ, schleuderte ich ihm mit kalter Wut entgegen. ãErzŠhlen Sie ihnen, dass Sie ihre Mutter všllig umsonst ermordet...Ò
Ein leises Klicken, Banks hatte aufgelegt.
12.
Zwei Tage spŠter brachte der Postbote das PŠckchen mit der Urne. Es fand sich auch ein Schreiben, dass die Kosten fŸr die Bestattung von der Agentur Ÿbernommen wŸrden.
Keine Entschuldigung, kein Entsetzen darŸber, einen unschuldigen Menschen getštet zu haben. Das war vorbei, seit die Henker sich des Flie§bandes bedienten.
Mein Entschluss stand lŠngst fest. Hier gab es keinen Platz mehr fŸr mich. Eine meiner vielen sinnlosen Vorschriften besagte, dass ich Pete und Fran zurŸcklassen mŸsste. Eine Regel, wie geschaffen dafŸr, dass ich sie brach. Ich wŸrde es fŸr Marion tun, einem menschlichen Wesen, das mir mehr bedeutet hatte, als mir erlaubt war. Einem menschlichen Wesen, dass nun in Pulverform in einer schmucklosen grauen Urne vor mir stand.
13.
Am spŠten Nachmittag setzte die LandefŠhre im Garten auf. Ich beruhigte Pete und Fran, dass diese Maschine nichts Bšses bedeutete. Wir wŸrden nun eine kleine Reise machen. Und es wŸrde ganz schšn aufregend werden, das versprach ich ihnen. Und, nein, morgen wŸrden sie nicht in die Schule mŸssen.
Ich packte die Urne unter den Arm und nahm die Kinder an die Hand. Gemeinsam traten wir hinaus in das glei§ende, blaue Licht.