Schweinolos Centauri
Susi und Tom, zwei superintelligente Schweine vom Planeten Schweinolos Centauri, sausten in einem tellerfšrmigen Raumschiff durchs Weltall und landeten endlich auf der Erde, und zwar ausgerechnet auf jenem Golfplatz, auf dem der PrŠsident der Vereinigten Staaten gerade zum 42. Mal den Versuch unternahm, den Ball mit seinem SchlŠger zu treffen.
Er war kein Ÿbler PrŠsident, aber als Golfspieler war er wirklich das Letzte vom Letzten. Ein StŸck Schei§e hŠtte auch nicht schlechter spielen kšnnen als er.
ãVerdammt, Harry, was ist denn das?Ò fragte der PrŠsident seinen Sicherheitsberater.
ãSieht aus wie eine Fliegende UntertasseÒ stellte Harry fest, zŸckte sein FunkgerŠt, um VerstŠrkung herbeizurufen, und keine fŸnf Minuten spŠter war das Raumschiff von schwerbewaffneten Spezialagenten des Secret Service umstellt.
Durch eine Art Periskop sahen Susi und Tom interessiert dem Treiben da drau§en zu.
ãSchau dir das anÒ sagte Tom verblŸfft: ãDa laufen ja haufenweise Menschen frei herum! Komischer Planet.Ò
ãStimmtÒ bestŠtigte Susi: ãAber irgendwie habe ich das GefŸhl, dass ein gewisses System hinter dem steckt was sie tun. Offenbar hat die Evolution auf diesem Planeten einen všllig anderen Verlauf genommen als bei uns.Ò
ãUnd was schlŠgst du vor, dass wir jetzt tun?Ò fragte Tom.
ãDie Analyse hat ergeben, dass die AtmosphŠre dieses Planeten beinahe identisch ist mit der von Schweinolos CentauriÒ antwortete Susi: ãDeshalb schlage ich vor, dass wir unsere RaumanzŸge ausziehen und rausgehen - und zwar unbewaffnet, damit diese Menschen sich nicht bedroht fŸhlen. Schlie§lich kommen wir ja in friedlicher Absicht.Ò
Die beiden Schweine schlŸpften also aus ihren RaumanzŸgen und verlie§en gleich darauf in ihrer Nationaltracht, nŠmlich splitternackt, das Raumschiff.
ãDas... das sind ja Schweine!Ò rief der PrŠsident, der aus sicherer Entfernung durch ein Fernglas die VorgŠnge beim Raumschiff beobachtete, verblŸfft aus.
ãHšchstwahrscheinlich VersuchskaninchenÒ mutma§te Harry:
ãIch schŠtze, dass die Au§erirdischen erst mal testen wollen, wie wir auf diese Schweine reagieren, bevor sie sich selbst herauswagen.Ò
Indessen war Susi mutig vor einen der Secret-Service-Leute hingetreten, wŠhrend Tom sich etwas im Hintergrund hielt, um sich notfalls mit wenigen SprŸngen in Sicherheit bringen zu kšnnen.
ãSei gegrŸ§t, Bewohner dieses PlanetenÒ sagte Susi: ãWir kommen vom Planeten Schweinolos Centauri! FŸrchte dich nicht, denn unsere Absichten sind friedlich.Ò
Bedauerlicherweise verstand der Secret-Service-Mann kein Schweinisch, sodass Susis Ansprache fŸr ihn blo§ lautstarkes Gegrunze war.
ãAnscheinend hast du eine neue Verehrerin, JackÒ spottete sein Nebenmann.
ãHalt blo§ die KlappeÒ knurrte Jackâ der in einer Gro§stadt aufgewachsen war, nervšs.
Er war in seinem ganzen Leben noch nie einem lebendigen Schwein begegnet und hatte gro§e Angst davor, dass das Tier ihn bei§en kšnnte.
ãIch fŸrchte, er versteht mich nichtÒ stellte Susi fest: ãHast du eine Idee, wie wir ihnen trotzdem klarmachen kšnnen, dass wir nichts Bšses vorhaben?Ò
ãNein, hab ich nicht. Und ich finde, dass wir uns jetzt schleunigst ins Raumschiff zurŸckziehen sollten, ich wei§ nicht, irgendwie gefŠllt mir die Sache ganz und gar nicht.Ò
ãDu hast recht, wir sollten kein unnštiges Risiko eingehenÒ stimmte Susi zu: ãWenn wir beide auf dieser Expedition umkommen, erfahren sie bei uns zu Hause womšglich nie, was mit uns passiert ist.
Daher mšchte ich, dass du jetzt ins Raumschiff zurŸckkehrst.Ò
ãUnd was ist mit dir, Susi?Ò
ãMir ist gerade eine Idee gekommen, die eigentlich funktionieren mŸsste: Du wei§t doch, dass es bei den Menschen unseres Planeten als Liebesbezeugung gilt, wenn sie ihre MŸnder aneinander drŸcken.
Zwar sind die Menschen dieses Planeten offenbar wesentlich intelligenter als unsere, aber ich glaube kaum, dass ihre Paarungsrituale wesentlich anders sind.
Schlie§lich verhalten sogar wir Schweine uns bei der Paarung noch fast genauso wie unsere primitiven Vorfahren. Deshalb werde ich eben mein Maul auf das Maul dieses Menschen drŸcken. Das mŸsste ihn eigentlich von unseren friedlichen Absichten Ÿberzeugen.Ò
ãIch wei§ nicht, ich wei§ nichtÒ jammerte Tom: ãIch habe Ÿberhaupt kein gutes GefŸhl dabei!Ò
ãIch auch nichtÒ antwortete Susi: ãAber es ist nun mal unser Auftrag, mit fremden Intelligenzen Kontakt aufzunehmen, also bleibt mir gar nichts anderes Ÿbrig.
Geh du jetzt zurŸck ins Raumschiff.Ò
ãAber ich kann dich doch nicht hier allein lassen!Ò protestierte Tom.
ãDu musst aber. Weil ich als Kommandantin es dir befehleÒ sagte Susi.
Tom gehorchte, scheinbar widerstrebend, in Wirklichkeit jedoch sehr erleichtert, denn besonders mutig war er gerade nicht.
Als aber Susi sich gleich darauf auf die Hinterbeine stellte und versuchte, Jack zu kŸssen, schrie dieser entsetzt auf, sprang einen Schritt zurŸck, riss die MP hoch und pumpte die arme Susi so lange mit Blei voll, bis sie kein Lebenszeichen mehr von sich gab.
Mehrere Sekunden lang war Tom wie gelŠhmt vor Entsetzen, doch dann hatte er sich wieder in der Gewalt:
Dieses hinterhŠltige Verbrechen, dieser feige Mord an einem unbewaffneten Schwein durfte nicht ungesŸhnt bleiben.
Hastig verschloss er die Luke und drŸckte mit zittrigen Klauen auf den Startknopf.
Das Raumschiff begann zu vibrieren, hob vom Boden ab und verlie§ die Erde mit einer Geschwindigkeit von schŠtzungsweise 100 000 km/h.
Susis sterbliche †berreste wurden einem Metzger Ÿbergeben.
Die Wursthaut sei ihr leicht.