Die Nacht der WechselbŠlger
Es tat gut, den LŠrmnebel im Speisesaal auszublenden: Die Augen fŸr einen kurzen Moment schlie§en, an das PlŠtschern eines Baches denken, den Blick in die Ferne schweifen lassen. Bei acht Stunden Vorlesungsassistenz im Historischen Institut und einer Zusatzschicht als Dienstverpflichtete im Sicherheitsdezernat des Gro§klinikums gehšrten wirkungsvolle EntspannungsŸbungen einfach zum Durchhalten.
ãHe, AnsgardisÒ, riss ihr neuer Kamerad Baldwin sie aus ihrer Halbtrance. ãfalls du vom Faulenzen in der Sonne trŠumst, wach auf. Der Chef hat uns eine weitere Fahrt aufgebrummt. Jetzt mŸssen wir ins Umland.Ò
ãIn drei Stunden ist SchichtendeÒ, machte Ansgardis ihrem €rger Luft. ãIch hab heute wirklich keine Lust auf †berstunden. Wir sind doch nie rechtzeitig zurŸck. Kenn ich doch. Und was sollen wir da?Ò
ãEinen Austausch vornehmen, sagte der Chef.Ò
ãMehr hat er dir nicht gesagt?Ò, stutzte sie, seufzte und bemŸhte sich, den aufkommenden €rger runterzuschlucken. Nichts hassten Dienstverpflichtete mehr, als wŠhrend einer Nachtschicht einen Austausch vornehmen zu mŸssen.
ãWir mŸssen zur KinderstationÒ, erklŠrte Ansgardis ihm die Aufgabe. ãDort bekommen wir ein Baby ausgehŠndigt, mit dem wir zum Krankenhaus im Umland fahren mŸssen. Wenn die Werte zu schlecht sind, wird das Kind neu beeltert. Manchmal gibt man uns dort auch ein Baby zwecks Neubeelterung im Bezirk.Ò
Baldwin schluckte, schaute Ansgardis unglŠubig an. ãDu nimmst mich auf den Arm!Ò
ãNein, nehme ich nichtÒ, antwortete die junge Frau verdrossen. ãLos jetzt, ich will noch ein paar Stunden Schlaf abbekommen.Ò
Die Fahrzeugschlange am Kontrollpunkt zwischen Verwaltungszentrum und Stadtring war nur kurz. Nach Mitternacht verlie§en nur wenige Elektrogleiter den inneren Bezirk. Der Wachroboter scannte die biometrischen Daten der Dienstverpflichteten, lie§ das Fahrzeug passieren.
ãDer hat sich ja gar nicht um das Baby gekŸmmertÒ, wunderte sich Baldwin. Scheu warf der junge Mann einen Blick auf die RŸckbank, wo ein Neugeborenes friedlich in seiner Transporttasche schlummerte.
ãDas Kleine wird erst im Umland registriert und verchipt. Der Roboter wei§ gar nicht, dass es das Kind gibtÒ, gab Ansgardis einsilbig Auskunft, lauschte der monotonen Stimme des elektronischen Nachrichtensprechers, die aus dem DatenŸbermittlungsgerŠt plŠtscherte.
ã... keine Auskunft darŸber erteilt, dass der Verwaltungsrat der Vereinigten Konzerne des Siebzehnten Bezirks wieder in die Verhandlungen Ÿber den Warentausch eingetreten ist. Mit einer Beschlussfassung wŠhrend der nŠchsten vier bis zwšlf Stunden ist zu rechnen. Und hier noch eine weitere ...Ò
Ansgardis stšhnte auf: ãMacht voran! Kann doch nicht so schwer sein, einen Tauschhandel Arbeitsroboter gegen Lebensmittel abzuschlie§en. FŸr beides gibtÕs schlie§lich feste Umrechnungskurse.Ò
Ihr Begleiter nahm vom GefŸhlsausbruch der Kameradin nur wenig Notiz. Baldwin hing wŠhrend der eintšnigen Fahrt durch den Bezirk mit seinen Wohnanlagen, Industriebetrieben und hoch technisierten Farmen seinen Gedanken nach.
Der Elektrogleiter nŠherte sich dem zweiten Kontrollpunkt. Hinter dieser Grenze befanden sich die seit Generationen vernachlŠssigten Wohngebiete und Industriebrachen, welche die Heimat derjenigen bildeten, deren Vorfahren es nicht geschafft hatten, in den Bezirk Ÿberzusiedeln. Er beneidete seine Kameradin Ansgardis; deren Dienstzeit wŸrde in wenigen Tagen enden.
ãSchauen Sie bitte in die Biometriekamera und stecken Sie bitte den linken Arm bis zum Ellbogen in den KontrollschachtÒ, schreckte die Stimme des Wachroboters Baldwin auf. Hinter dem Roboter stand ein Beamter des Sicherheitsdienstes. Dieser warf einen kurzen Blick ins Wageninnere, Ÿbersah geflissentlich die Transporttasche, obwohl das Baby wach wurde und quengelte. Zu viele NŠchte und zu viele Transportfahrten zum Nichtbeachten, schoss es Baldwin durch den Kopf. Wer wei§, was ich nach zehn Jahren noch sehen oder hšren will. Kein Wunder, dass die alten Leute von einem richtigen Staat und funktionierender Infrastruktur trŠumen, und von Lebensplanung vor dem Drei§igsten. Wer noch in einem richtigen Staat gelebt hat, fŸr den mŸssen die jederzeit aufkŸndbaren Selbstverpflichtungen der Konzerne wie ein Witz wirken.
ãTršdelt drau§en nicht so rumÒ, warnte der Wachhabende aus Fleisch und Blut Ansgardis und Baldwin, ãdie dritte Schicht ist nur halb besetzt. Beeilt euch, wenn ihr nicht Schlange stehen wollt bei der RŸckkehr.Ò
Beide bedankten sich, setzten ihre Fahrt fort.
ã... Scheiterns des Warentauschabkommens der Verwaltungsrat der Vereinigten Konzerne des Vierundzwanzigsten Bezirks beim Zentralverwaltungsrat den Antrag gestellt, die Transferleistungen an die zum Bezirk gehšrenden Umlandgebiete auf drei§ig Prozent der aktuellen Leistungen zu reduzieren. FŸr den Fall ...Ò, lie§ die Stimme des elektronischen Nachrichtensprechers die Dienstverpflichteten aufhorchen.
ãGlaubst du, BaldwinÒ, fragte Ansgardis ihren Begleiter, ãdass das Warentauschabkommen mit Bezirk Siebzehn erneuert wird?Ò
ãDie Leute vom Siebzehnten mŸssten verrŸckt sein. Die kšnnen doch von allen mšglichen Bezirken Lebensmittel beziehen. Wir vom Vierundzwanzigsten sind doch die Dummen, die auf das Abkommen angewiesen sind. Ich hab da ein ganz mieses GefŸhlÒ, antwortete Baldwin.
Ansgardis schŸttelte mit bitterem LŠcheln den Kopf. ãMann, da kann ich ja von GlŸck sagen, dass meine Dienstzeit in einer Woche vorbei ist. Ohne ausreichende RoboterunterstŸtzung wird das hier drau§en der reine Horror.Ò
Das DatenŸbermittlungsgerŠt spukte einen schmalen Streifen Schreibfolie aus. Baldwin berichtete: ãNoch ein Auftrag im Umland. Die denken wohl, uns wird langweilig mit dem Baby. Jetzt sollen wir in Wohneinheit H19G14 einen Mann namens Sancho mit der BŸrgernummer 128759 abholen und im JustizgebŠude abliefern.Ò
Ansgardis stšhnte leise. ãUnd was sollen wir mit dem UmlŠnder? FŸr Gefangenentransporte sind wir doch gar nicht zustŠndig.Ò
Ihr Begleiter zuckte mit den Schultern. Laut Infostreifen sollte der Gesuchte wegen eines Medikamentendiebstahls vernommen und in Haft genommen werden. Die eigentlich zustŠndige Abteilung hatte den Auftrag wegen Personalmangel ans Sicherheitsdezernat des Gro§klinikums weitergeleitet.
ãAllmŠchtiges Wesen! Die Leute bei der Einlieferungsstelle fŸr Inhaftierte sind die faulsten Hunde im ganzen Bezirk. Bis zum FrŸhstŸck nehmen wir uns besser nichts vor. Wirklich, Baldwin, an deinem ersten Abend kriegst du allerhand geboten!Ò
ãNa, dann lohnt sich der ganze Mist vielleicht doch nochÒ, grinste der junge Mann. Mechanisch fŸtterte er den Navigationscomputer des Elektrogleiters mit den neuen Daten.
Ein Wachroboter šffnete die uralte halb zertrŸmmerte TŸr der Wohneinheit H19G14, bedeutete Ansgardis und Baldwin einzutreten und ihm zu folgen. Der junge Mann versuchte, nicht allzu tief einzuatmen. Die Mischung aus Selbstgebranntem, verschimmelten Fertiggerichten und den AusdŸnstungen der Hausbewohner war schlimmer als er erwartet hatte.
ãDreihundertfŸnfzig Jahre verfehlter Migrations-, Wirtschafts- und Bildungspolitik nebst dazugehšrigem Braindrain begrŸ§en dichÒ, lŠsterte Ansgardis Ÿber das entsetzte Gesicht Baldwins. ãSeit 200 Jahren ist jeder, der entweder seinen Hirnkasten oder wenigstens seine HŠnde benutzen konnte, von hier abgehauen. Und wir dŸrfen uns mit den †briggebliebenen rumŠrgern.Ò
Die Beiden folgten dem Roboter und lie§en sich von diesem quer durch den fuchsbauartigen Wohnkomplex fŸhren. Vor einer TŸre, Šhnlich dem Hauseingang, blieb der elektronische Wachmann stehen, wies den Dienstverpflichteten sichere PlŠtze an, von denen sie das Weitere beobachten konnten. Danach stŸrmte er ohne Vorwarnung die Behausung des Gesuchten. Unnštig in diesem Falle. In einem Durcheinander aus abgenutzten Holzmšbeln, Ÿbel riechenden Textilien und verdorbenen Essensresten in offen stehenden MehrwegbehŠltern fanden sie statt Sancho-128759 eine Frau vor. Die TŠtowierung am linken Handgelenk wies die Frau als Lollo mit der BŸrgernummer 174399 aus, offensichtlich seine Lebenspartnerin, augenscheinlich betrunken.
ãWo ist Sancho?Ò, wollte Ansgardis von der kaum Ansprechbaren wissen. Keine Antwort, auch rŸtteln an der Schulter half nichts. ãDein Kerl?Ò, probierte die Dienstverpflichtete es ein weiteres Mal.
Baldwin Ÿberwand seinen Ekel, griff nach einer leeren Flasche, hielt sie Lollo unter die Nase, um die Lebensgeister der Frau zu wecken. Plštzlich, auch Ansgardis zuckte zusammen, warf der junge Mann die Flasche zu Boden.
ãSancho Medizin holenÒ, rief Lollo halb erschrocken und halb weinerlich, ehe sie wieder in dumpfes BrŸten zurŸckfiel.
Ansgardis nickte zufrieden, gab Baldwin und dem Roboter ein Zeichen, die Wohnung zu verlassen. Lollo bekam davon nichts mehr mit.
ãDer Bursche muss im Gesundheitszentrum steckenÒ, informierte die junge Frau den Kameraden. ãWoanders kann man hier keine Medikamente mitgehen lassen. Trifft sich gut, da mŸssen wir sowieso hin.Ò
ãAnsgardis, beim AllmŠchtigen Wesen! Kommst du auf Abschiedsbesuch? Ich dachte, deine Dienstzeit wŠre schon um?Ò Die Geburtshelferin, die im Personalraum des Gesundheitszentrums auf die Dienstverpflichteten gewartet hatte, nahm die Freundin in den Arm. Sarah freute sich immer Ÿber Besuch, rŸckte auch fŸr Baldwin eine Sitzgelegenheit zurecht, tischte Selbstgebackenes und Hei§getrŠnke auf.
ãMusst mich noch ein paar Tage aushalten, SarahÒ, antwortete die Frau. ãBaldwinÒ, stellte sie ihren Begleiter vor, ãŸbernimmt in einer Woche meinen Dienst. Liebes, werde ich froh sein, die elenden Nachtschichten los zu sein.Ò
Die Geburtshelferin und ihre GŠste lie§en sich das nŠchtliche Mahl schmecken, tauschten Hšflichkeiten und Neues aus, ehe sie Ÿber die noch zu erledigende Arbeit sprachen.
ãZeigt mal, was ihr mitgebracht habtÒ, forderte Sarah die Dienstverpflichteten auf, ihr das Kind zu Ÿbergeben. Rasch Ÿberflog die Geburtshelferin den schmalen Streifen Schreibfolie mit den Daten des Kindes, schob den DatentrŠger ins LesegerŠt. Auf der Anzeigetafel leuchteten der Name und die BŸrgernummer auf: Mariposa-385516. Wenige Augenblicke spŠter war das €rmchen des Babys entsprechend tŠtowiert. Das Injizieren des Chips war ebenfalls eine Sache von Sekunden.
ãDu kennst die Prozedur noch nicht?Ò, versuchte Ansgardis dem Kameraden die Beklemmung zu nehmen. Baldwin, noch unter dem Eindruck des archaischen Rituals, schluckte.
ãDenk dran, BaldwinÒ, erklŠrte Sarah, ãfŸr das Kleine ist es das Beste, hier im Umland aufzuwachsen. Durch sŠmtliche Screenings gefallen, hŠtte die kleine Mariposa im Bezirk ohnehin nichts Gutes zu erwarten. Wer soll sich denn um so ein Kind kŸmmern? Dienstverpflichtete, die nach getaner Arbeit noch im Kinderhaus arbeiten mŸssen, wo sie schon zehn Gesunde betreuen mŸssen? Die Umlandfrauen sind nicht schlecht. Man braucht zwar fŸnf StŸck davon fŸrs halbe Alphabet, aber um die Kleinen kŸmmern sie sich aufopferungsvoll. Sie hšren sogar mit dem Saufen auf, wenn sie schwanger werden.Ò
Baldwin nickte dankbar; mehr, geschweige denn alles, wollte er gar nicht wissen.
Sarah stellte schweigend eine Transporttasche, Šhnlich dem Modell mit dem Ansgardis und Baldwin die kleine Mariposa transportiert hatten, auf den Tisch. Die Dienstverpflichteten wunderten sich. Von einem weiteren Transportauftrag wussten sie nichts. Die Geburtshelferin wies auf das schlafende BŸndel Mensch: ãEine FrŸhgeburt, sŠmtliche Werte im roten Bereich.Ò
Ansgardis Miene versteinerte sich, sie nahm die Tasche, verabschiedete sich eilig von der Freundin. Baldwin wagte nicht zu fragen, erbot sich, den zweiten Teil des Auftrags mit UnterstŸtzung des Roboters zu erledigen.
Sancho-128759 ergab sich nicht in sein Schicksal. Es ging ihm schon gegen den Strich, dass der Dienstverpflichtete ihn vor dem aufgebrochenen Medikamentenschrank des Gesundheitszentrums aufgegriffen hatte. Gefangen wie ein Tier abtransportiert zu werden, machte ihn všllig rasend.
Mit Fausthieben und Fu§tritten versuchte er, sich aus dem hinteren Teil des Elektrogleiters, dem KŠfig, zu befreien. Baldwin und Ansgardis kŸmmerten sich nicht um den Tobenden. Der Roboter, der fŸr die RŸckfahrt die Bewachung des Gefangenen Ÿbernahm, wŸrde fŸr alles Notwendige sorgen.
Das DatenŸbermittlungsgerŠt hatte wŠhrend ihres Aufenthalts im Gesundheitszentrum eine neue Nachricht fŸr sie aufgezeichnet. Baldwin las vor: ãBefehl an alle im Umland operierenden Teams: Alle erteilten AuftrŠge haben sich erledigt. Bitte kehren Sie sofort in die Zentrale zurŸck, um weitere Anweisungen entgegenzunehmen. Eine Berichterstattung ist nicht notwendig.Ò
ãSo klar die Anweisung ist, so wenig Ahnung habe ich, was das Ganze sollÒ, kommentierte Ansgardis den seltsamen Befehl. ãEs macht doch keinen Sinn, uns erst ins Umland zu schicken, nur um uns sofort wieder zurŸckzupfeifen.Ò Mit einem Schulterzucken gab sie Baldwin Anweisung, den Elektrogleiter Richtung Kontrollpunkt zu steuern. Der junge Mann gab den neuen Kurs ein und schaltete auf Autopilot. Ein kurzes Nickerchen wŸrde ihnen gut tun.
ã... konnte ein všlliges Scheitern des Warentauschabkommens durch die Vermittlung des Zentralverwaltungsrats verhindert werden. Nach noch nicht bestŠtigten Informationen sollen wŠhrend der nŠchsten fŸnf Jahre drei§ig Prozent der bisherigen Arbeitsroboter im Austausch gegen siebzig Prozent der bisher gelieferten Agrarprodukte getauscht werden. †ber die an die Umlandgebiete zu leistenden Transferleistungen soll in einem gesonderten Schlichtungsverfahren erneut verhandelt werdenÒ, unterbrach der elektronische Nachrichtensprecher schon nach fŸnf Minuten die Stille.
ãBeim AllmŠchtigen Wesen!Ò, kommentierte Baldwin die neuesten Nachrichten. ãSieben von zehn Arbeitsrobotern werden nicht mehr ersetzt.Ò
ãKein Wunder, dass alle Teams zurŸckgerufen wurden. Der Verwaltungsrat hat den Notausknopf gedrŸcktÒ, analysierte Ansgardis die verŠnderte Lage. ãOhne die Arbeitsroboter ist an ein Weiterarbeiten im Umland nicht ernsthaft zu denken. Mit den verbleibenden drei§ig Prozent schaffen wir kaum die Arbeit im Bezirk.Ò
ãDu kannst doch nicht allen Ernstes guthei§en, dass das Umland nicht mehr versorgt werden soll?Ò, fragte Baldwin die Kameradin.
Ansgardis schaute ihm ins Gesicht. ãWo zweihundert Jahre alles schief gelaufen ist, kann man nur noch die Leitung kappen. Niemand hat etwas davon, wenn im Bezirk auch noch alles den Bach runtergehtÒ, versuchte Ansgardis sich zu rechtfertigen. ãAuf jeden ArbeitsfŠhigen im Bezirk kommen doch jetzt schon ein Kind, ein Alter und ein UmlŠnder. Von den Robotern, die uns demnŠchst fehlen, noch gar keine Rede. Wir sind die Dummen, die nur noch alles falsch machen kšnnen.Ò
Ansgardis schaute sich um. Sancho war viel zu betrunken, um etwas mitzubekommen, das Baby in der Transporttasche schlummerte friedlich. Am Horizont tauchte das dŸnne silberne Band eines FlŸsschens auf, die Grenze zum Niemandsland zwischen den Bezirken.
ãHalt auf den Fluss zuÒ, befahl sie Baldwin.
Die TŸren des Elektrogleiters schlossen sich gerŠuschlos, das Fahrzeug schwebte Richtung Bezirksgrenze davon. Baldwin wagte nicht, einen letzten Blick auf Sancho und das namenlose Kind zu werfen.
ãDanke, Ansgardis. Ich hŠtte es nicht Ÿbers Herz gebracht, dem Roboter den Erschie§ungsbefehl zu geben.Ò
ãNicht dafŸr, Baldwin. Sancho muss nur dem Fluss folgen, dann kommt er automatisch ins Niemandsland zwischen den Bezirken. Die Sendeleistung der Chips reichen nicht so weit. Dort kann man leicht untertauchen. †brigens, die Transporttaschen sind wasserdicht und ziemlich stabil. Ich sage dem Roboter immer, er soll die Tasche vorsichtig auf die WasseroberflŠche setzen. Kein Dienstverpflichteter wurde jemals nach der fehlenden Tasche gefragt.Ò
Baldwin, der das Steuer wieder Ÿbernommen hatte, schaltete auf Autopilot, machte es sich auf seinem Sitz so bequem wie mšglich. KrŠfte sparen fŸr den Rest der Nacht.