Neulich beim ZŠhneputzen

 

Eigentlich war es ja ein ganz normaler Dienstag. Aber irgendwas war anders, es wunderte mich nŠmlich Ÿberhaupt nicht, als plštzlich beim ZŠhneputzen meine Sanduhr anfing zu schweben.

ãHey!Ò, sagte ich. ãKomm runter, ich will wissen, wie lange ich noch putzen muss!Ò

ãAch komm, verdirb uns nicht den Spa§!Ò, meinte eine kleine quietschige Stimme, die aus der ZahnbŸrste zu kommen schien. Und wenn du mich bitte endlich aus dem Mund nehmen wŸrdest...!Ò

ã€hm...Ò, meinte ich dazu nur.

ãWas, Šhm?! WŸrde es dir gefallen, Tag fŸr Tag in einen stinkenden Mund geschoben zu werden und Nahrungsreste abzuwaschen, und das unter stŠndiger Lebensgefahr? Hm?Ò

Ich stand mit offenem Mund da und schaute auf meine ZahnbŸrste, die plštzlich angefangen hatte zu sprechen.

ã€hm... es ist nur so, dass ZahnbŸrsten normalerweise nicht sprechen, wei§t du.Ò

ãMann, in was fŸr einer seltsamen Welt lebt ihr denn?!Ò

ãJetzt komm mal runter, Kleine!Ò, beschwerte sich meine Sanduhr. ãFang nicht gleich damit an sie zu nerven!Ò

ãIch darf machen, was ich will! Du bist nicht auf die Idee gekommen, dich zu verkleiden und hier zu positionieren! Und du hast ja schlie§lich angefangen mit dem Rumgefliege, obwohl wir ausgemacht hatten, das wir uns noch lŠnger tarnen!Ò

Ich verstand nur noch Bahnhof. Eigentlich verstand ich nicht einmal das.

ãSchau mal, wie dumm die schaut!Ò, lachte meine ZahnbŸrste. Jetzt reichte es mir aber. Ich lie§ mich doch nicht von meiner eigenen ZahnbŸrste auslachen!

ãAlso, entweder ihr erzŠhlt mir jetzt sofort, was hier gespielt wird, oder ich werfe euch in den MŸll!Ò

ãOh, jetzt habe ich aber Angst!Ò, meinte meine ZahnbŸrste ironisch.

ãIch glaube, wir sollten ihr besser sagen, warum wir hier sind, was meinst du?Ò

ãIch finde das eine sehr gute Idee!Ò; steuerte ich bei.

ãMit dir hab ich nicht gesprochen!Ò, raunzte sie mich an.

ãJa, ich glaube auchÒ, meinte meine Sanduhr. ãFang du an!Ò

ãAlsoÒ, begann meine ZahnbŸrste. ãDu wirst dich sicher wundern zu erfahren-Ò

ãHmpfÒ, grunzte ich. An einem Tag, der so anfing, konnte man sich Ÿber nichts wundern!

ãUnterbrich mich nicht dauernd! Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, also wir sind in Wirklichkeit natŸrlich keine hundsgewšhnlichen GegenstŠnde, sondern Pleimps, die das Leben auf der Erde erforschen und spŠter einen Bericht abgeben sollen, der darŸber entscheiden wird, ob die Erde in dieser Form weiter bestehen kann.Ò

Ich gab es auf, mich Ÿber irgendetwas zu wundern und ging so gar nicht weiter auf den Namen ein, sondern nur auf die Frage, die mir zunŠchst wichtiger erschien: ãWas bedeutet âin dieser Form?ÕÒ

Jetzt meldete sich auch die Sanduhr zu Wort. ãWie du sicher nicht wei§t, ist der Weltraum in letzter Zeit ziemlich zugemŸllt.Ò

ãOh doch, jeder, der Nachrichten schaut, wei§ das!Ò

ãNun, nicht in diesem Ausma§ vermŸllt, wie ihr Menschen es meint. Nein, der Weltraum ist vermŸllt mit schlechten Ideen, stinkender Luft, verlorenen GegenstŠnden und so weiter. Und fŸr diese Sachen muss ein Aufbewahrungsort gefunden werden. Am besten einer, der sehr weit von anderen Planeten entfernt ist und keine interstellarischen Verbindungen hat, damit das Risiko fŸr alle anderen Beteiligten mšglichst gering gehalten wird. Dieser Planet eignet sich hervorragend dafŸr.Ò

ãDu meinst... unser Planet soll eine MŸllhalde fŸr WeltraummŸll werden?Ò

ãSo in etwa. Das Innere wird herausgesaugt und dann wird die HŸlle mit dem MŸll gefŸllt. Praktisch, nicht? So kann nichts in andere Galaxien dringen.Ò

ãWir sollen herausfinden, ob eure Kultur so schŸtzenswert ist, dass wir sie evakuieren mŸssen.Ò, meiner ZahnbŸrste gefiel es anscheinend Ÿberhaupt nicht, nicht zu Wort zu kommen.

ãUnd? Was ist das Ergebnis?Ò

ãDas Ergebnis ist positiv -Ò

ãPuh...Ò, seufzte ich erleichtert.

ãDie Erde kann ausgesaugt werden. Ohne Evakuierung. Wenn das nicht positiv ist!Ò

ãWas... du meinst, dann wird die Erde jetzt ausgesaugt und dann mit giftigen Gasen und schlechten Ideen gefŸllt? Ohne dass die Leute, die auf ihr leben, eine Chance haben?Ò

ãNun ja, ich denke, wir haben genug geforscht um uns ein Urteil zu bilden. Und unser Urteil ist gefŠllt.Ò

ãGibt es denn gar nichts, was ich tun kann?Ò

ãNein, ich denke nicht. Es tut mir nicht leid fŸr dich.Ò

ãDankeÒ, meinte ich.

ãDu, da wŠre durchaus was.Ò, meldete sich die Sanduhr, die jetzt mutige SturzflŸge machte.

ãHey, sei doch ruhig!Ò, rief die ZahnbŸrste.

ãWas denn?Ò, fragte ich.

ãNa ja, es gibt eine Norm. Planeten mit einer Bevšlkerung mit bestimmtem IQ dŸrfen nicht zerstšrt werden. Ich bezweifle zwar, das eure Kultur diese Norm erfŸllt, aber auf einen Versuch kommt es an.Ò

ãJa! Und wie testet man das?Ò

ãNun ja, es gibt zwei Wege: Entweder man nimmt eine Testperson und saugt ihr das Gehirn heraus.Ò

ãWas?Ò, schrie ich empšrt. ãMan saugt ihr das Gehirn heraus?Ò

ãJa, genauÒ, sagte meine Sanduhr, als ob das etwas ganz AlltŠgliches sei. ãDann lŠsst man langsam eine FlŸssigkeit, deren Name dir sowieso nichts sagen wŸrde, darauf tropfen und zŠhlt die Anzahl der Tropfen. Wenn sich das Gehirn pink fŠrbt, hat die Zivilisation gleich verloren. Wenn sich das Gehirn aber blau fŠrbt, multipliziert man die Anzahl der Tropfen mit 25,8361946385 und wenn das Ergebnis Ÿber 97,638271 liegt, hat die Zivilisation auch verloren.Ò

ãUnd was ist der zweite Weg?Ò, fragte ich und Ÿberlegte mir, was jetzt wohl kommen wŸrde.

ã Man kšnnte es als eine Art Spiel bezeichnenÒ, mischte sich die ZahnbŸrste ein. ãMan nimmt eine Person einer Zivilisation, die als ausgereift anerkannt ist, und eine Person der Zivilisation, die man prŸfen will. Dann lŠsst man die beiden gegeneinander antreten. Die Zivilisation, die verliert, wird als untauglich und nicht brauchbar eingestuft. Das ist selten gut fŸr sie, da Platz fŸr MŸll immer gebraucht wird.Ò

ãDas hei§t, ich kšnnte gegen einen von euch spielen, und wenn ich gewinnen wŸrde, wŠre die Erde gerettet?Ò

ãMach dir da mal blo§ keine gro§en Illusionen, Freundchen. Gegen uns hast du keine Chance!Ò

ãJetzt schŸchtere sie nicht schon im vornherein ein!Ò, meinte die Sanduhr. ãLass uns lieber losfliegen!Ò

ãWohin denn?Ò, fragte ich verwirrt.

ãNa denkst du denn, die Testperson hat Lust, auf euren stinkenden Planeten zu kommen? Wir mŸssen da natŸrlich schon hinfahren!Ò

ãOh! Und wo liegt dieses âdaÕ? Ich habe heute nŠmlich eigentlich noch etwas vor, wisst ihr!Ò

ãAch, ganz in der NŠhe! Nur etwa zweihundert Lichtjahre entfernt!Ò

ãZweihundert Lichtjahre? Wie sollen wir da denn hinkommen?!Ò

ãLebst du etwa hinter dem Mond?Ò, mischte sich meine ZahnbŸrste ein, die auch mal wieder etwas sagen wollte. ãAch so, das hatte ich ja ganz vergessen, das tust du ja tatsŠchlich! NatŸrlich sind wir mit unserer Supertechnologie in fŸnf eurer Erdenminuten dort!Ò

ãNur fŸnf Minuten? Das hei§t ja, wir fahren mit... Moment mal...Ò

ã Ja genau, mit 21.024.000-facher Lichtgeschwindigkeit. FŸr euch Erdenmenschen gar nicht vorstellbar, nicht?Ò

ãJetzt lass uns endlich losfahren!Ò, meinte die Sanduhr. ãHopp, steigt ein!Ò

Eine kleine Klappe an der Seite der Sanduhr hatte sich gešffnet und ich sah erst jetzt, dass es gar nicht die Sanduhr gewesen war, die gesprochen hatte, sondern ein menschenŠhnliches Wesen, das uns jetzt hereinwinkte.

ãAber wie soll ich da denn reinpassen?Ò, fragte ich skeptisch.

ãKeine Angst, du wirst einfach ein bisschen verkleinert, und spŠter vergrš§ern wir dich wieder! Dir passiert nichts!Ò, beruhigte mich das kleine MŠnnchen aus meiner Sanduhr – oder versuchte mich zu beruhigen. So ganz geheuer war mir das nŠmlich doch noch nicht!

Aber mir passierte tatsŠchlich nichts, und wenig spŠter sa§ ich fast glŸcklich in meiner Sanduhr, die von innen aussah wie ein normales Wohnzimmer – sogar ein Klavier stand darin! Als das Wesen aus der Sanduhr – wie ich spŠter erfuhr, hie§ es Gibbart – meinem Blick folgte, meinte er/sie/es, das sei natŸrlich kein Klavier, sondern ein hochkomplizierter Supercomputer, der so ziemlich jede Frage im Universum beantworten kšnne, woraufhin die ZahnbŸrste, die inzwischen auch ein wenig menschlicher aussah, nur spšttisch lachte.

Der Flug war wirklich erstaunlich kurz, aber dafŸr sehr schaukelig, und ich war froh, als das Raumschiff endlich zum Landen ansetzte.

Der Planet, auf dem wir ausstiegen, war sehr interessant – er bestand nur aus einer Scheibe, auf der ein einziges GebŠude stand, das die Form eines riesigen Fragezeichens hatte.

ãDas ist die PrŸfstŠtte!Ò, raunte Gibbart mir zu, wŠhrend wir ehrfŸrchtig vor dem gro§en Fragezeichen standen und versuchten, irgendwo ganz hoch oben ein Ende auszumachen, was mir aber nicht gelang.

ãKomm, lass uns endlich reingehen!Ò, quengelte die ZahnbŸrste, die schon ganz aufgeregt war.

Vor dem Eingang standen zwei TorwŠrter, deren Beschrheibung zu schwierig gewesen wŠre und den Rahmen dieser Geschichte gesprengt hŠtte. Nachdem sie unsere Namen und Heimatplaneten erfahren hatten, lie§en sie uns eintreten. Die Eingangshalle war riesig. Ein Wesen, das an einem Tisch ganz links sa§, winkte uns nŠher.

ãName?Ò, fragte es mich.

ãDas tut nichts zur Sache!Ò, meinte meine ZahnbŸrste. ãWir sind hier, um ihren Planeten dem Untergang zu weihen. Warum brauchen Sie da einen Namen?Ò

ãEs tut mir leid, aber das sind nun mal die FormalitŠten!Ò

ãMein Onkel wird sich gar nicht freuen, wenn er hšrt, dass sie eine Verzšgerung in meinen Tagesablauf bringen!Ò, erwiderte die ZahnbŸrste.

ãW-wer ist denn Ihr Onkel?Ò Der Pfšrtner schien eingeschŸchtert zu sein.

ãErkennen Sie etwa den Neffen von Fritzart dem Gro§en nicht?Ò

ãS-s-sie meinen...Ò, stotterte der Pfšrtner.

ãJa, genau, der ist mein Onkel! Und jetzt lassen Sie uns gefŠlligst weiter durch!Ò

ã€hm... natŸrlich! Verzeihen Sie... das war nur ein kleiner Scherz, wissen Sie?! Ich werde Sie unverzŸglich zu unserem besten Pringaren bringen!Ò

ãWas ist denn das?Ò, raunte ich Gibbart zu.

ãDas sind die PrŸfwesen!Ò, raunte er zurŸck. ãDas hat Pritzart mal wieder klasse gemacht! Auf den Onkel-Trick fŠllt jeder rein!Ò

ãWarum, ist er denn gar nicht der Neffe von diesem Fritzart?Ò

ãDoch, das ist er sehr wohl – aber diesen Fritzart kennt keine Sau! Und trotzdem schafft er es jedes Mal! Komm, wir gehen hinter den beiden her!Ò

Wir folgten dem Pfšrtner durch einen langen Gang und dann in einen Aufzug. Das Wesen drŸckte den 243. Stock. Nach etwa zwei Sekunden machte der Aufzug ãPlingÒ und wir konnten aussteigen.

Vor einem Zimmer mit der Nummer 131213 hielten wir an.

ãSo, meine sehr verehrte Dame, meine verehrten Herren, da wŠren wir. Bei Parmolloch, dem berŸhmtesten Fachmann auf Gebiet.Ò

Der Pfšrtner klopfte an die TŸr und man hšrte ein ãHerein!Ò Wir betraten das Zimmer. Es war eingerichtet wie ein Arbeitszimmer. Hinter dem Schreibtisch sa§ ein Mensch. Ja, es war wirklich ein Mensch, und dazu noch ein mir bekannter! Ein sehr guter Bekannter! Er hatte mich und meine Mutter vor Ÿber 5 Jahren verlassen. Jetzt wusste ich wenigstens, wo er hingegangen war.

ãHey, Dad!Ò, sagte ich. Es erstaunte mich nicht wirklich, dass mein Vater hier im 243. Stock eines weltraumweiten riesigen Befragungszentrums sa§. Er war genau der richtige Typ dafŸr.

ãHey Kleine, schšn dich mal wieder zu sehen! Wie gehtÕs so? Was macht die Schule? Schreibst du weiter flei§ig FŸnfen?Ò

ãPapa, ich bin mit einem Notendurchschnitt von 1,1 vom Gymnasium gegangen, habe Jura studiert und will jetzt bald als AnwŠltin arbeiten. Das mit der Schule war vor fŸnf Jahren!Ò

ãOh Verzeihung! Mann, wie die Zeit vergeht! Und was machst du hier, wenn ich fragen darf?Ò

ãSie wird gleich gegen mich antreten und ihrem Planeten zum Untergang verhelfen!Ò, meinte Pritzart. ãUnd Sie sind unser Pringar!Ò

ãWas?Ò, fragte mein Vater erstaunt. ãDie gute alte Erde soll vor die Hunde gehen?Ò

ãGenau!Ò, meinte Gibbart. ãUnd wir wŠren Ihnen sehr verbunden, wenn wir jetzt endlich loslegen kšnnten!Ò

ãAber natŸrlich!Ò, meinte der Pringar, der mein Vater war. ãDazu folgen sie mir bitte auf diese Sessel.Ò

Wir setzten uns auf drei Clubsessel, die aussahen, als wŠren sie aus einem Fernsehstudio fŸr Quizshows. Pritzart und ich sa§en nebeneinander, mein Vater vor uns, und wir bekamen eine Fernbedienung in die Hand gedrŸckt, auf der oben ein gro§er roter Knopf war und darunter vier andere Knšpfe in grŸn, blau, gelb und pink.

ãAlsoÒ, setzte der Pringar, also mein Vater, an. ãHier sind die Regeln: Ich stelle euch eine Frage und wer als erstes den roten Knopf drŸckt, darf antworten. Zum Antworten drŸckt er den anderen Knopf mit der Farbe der seiner Meinung nach richtigen Antwortmšglichkeit. Wer nach zwei Fragen fŸhrt, hat gewonnen. Alles klar soweit? Dann los!Ò

Ich setzte mich aufrecht in den Sessel und hielt den Daumen an den roten Knopf.

ãDie erste Frage: In welchem Jahr wurde Kšnig Prunzigan gestŸrzt und von wem?

GrŸn: Gar nicht, er regiert noch heute

Gelb: 7092 von seinem Kammerdiener

BlauÒ

Pritzart drŸckte den roten und danach den grŸnen Knopf. Gibbart applaudierte.

ãDas war richtig. Damit fŸhren Sie 1:0. Kommen wir zur Frage zwei:

Mit welchem Schlager gewann die Rockband Bebba den letzten Song-Contest?Ò Ich sah, wie sich auf dem Gesicht von Pritzart ein LŠcheln ausbreitete. Anscheinend wusste er es. Mir blieb nichts anderes Ÿbrig, ich setzte alles auf eine Karte und drŸckte den roten Knopf, bevor wir Ÿberhaupt eine Antwortmšglichkeit gehšrt hatten. Dann Ÿberlegte ich, welche Farbe ich nehmen sollte. Ich entschied mich fŸr gelb, die Lieblingsfarbe meines Vaters.

ãNicht zu glauben!Ò, rief dieser. ãDas war die richtige Antwort, und somit steht es 1:1! Das bedeutet ein Stechen!Ò

ãDas war nicht fair!Ò, rief Pritzart. ãSie hat sich nicht einmal die Antwortmšglichkeiten angehšrt! Sie hat einfach geraten!Ò

ãNun, soweit ich wei§, und ich kenne die Regeln sehr genau, ist das nicht verboten!Ò, meinte mein Vater stirnrunzelnd. ãAlso, damit kommen wir zum Stechen. Wie ihr vielleicht wisst, krallen wir uns fŸr das Stechen einen Planeten des Universums heraus und stellen zu diesem eine Frage. Das wird per Zufallsgenerator gemacht. Also: Zufallsgenerator ein!Ò

Ich wusste, dass ich keine Chance hatte. Ich kannte keinen Planeten au§er der Erde, und die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frage zu dieser kommen wŸrde, war doch verschwindend gering. Da war der Zufallsgenerator plštzlich still, und der Name eines Planeten wurde auf dem Bildschirm angezeigt. ãDie ErdeÒ.

ãSie hat den Zufallsgenerator manipuliert!Ò, rief Pritzart.

ãDiesen Zufallsgenerator kann man nicht manipulieren!Ò, sagte mein Vater ruhig. ãWer die Frage als erster richtig beantwortet, hat gewonnen. Wer sie falsch beantwortet, hat verloren.

Und hier die Frage: Wie hie§ die Weltmacht, die um das Jahr 0 n. Chr. auf der Erde geherrscht hat?Ò

Pritzart war eine Sekunde schneller als ich. Er drŸckte den roten Knopf.

ãNun, die Antwort?Ò, fragte mein Vater.

ãGibt es keine Auswahlmšglichkeiten?Ò, fragte Pritzart.

ãNein, nicht beim Stechen! Also, die Antwort bitte. Oder wollen Sie passen?Ò

Pritzart senkte den Kopf. ãIch gebe mich geschlagen. Ich bin ja schlie§lich ein fairer Gegner!Ò

Wie er so traurig dasa§, tat er mir fast ein bisschen leid. Aber nur fast.

ãSo, und da das jetzt geregelt ist, wie komme ich wieder runter auf die Erde?Ò, fragte ich.

ãAch, ich denke, ich kann dich mitnehmen und daheim absetzenÒ, meinte mein Vater. ãIch glaube, ich sollte deiner Mutter mal wieder einen kleinen Besuch abstatten!Ò

Ich schaute ihn erstaunt an. ãWas ist denn mit dir los?Ò

ãNa ja, mir ist gerade eben klargeworden, das mir unsere alte Erde doch etwas bedeutet. Und vor allem die Menschen darauf!Ò

UngefŠhr zehn Minuten spŠter stand ich wieder in meinem Badezimmer. Als mein Blick auf die Uhr fiel, fluchte ich. Noch bevor ich das Telefon klingeln hšrte, wusste ich schon, wer dran war.

ãDu wei§t aber, dass wir uns vor zehn Minuten am Kino treffen wollten!Ò, schimpfte meine beste Freundin am anderen Ende der Leitung.

ãTut mir leid, es war wichtig!Ò, versuchte ich, mich zu entschuldigen.

ãIch hab den Geburtstag von Tom abgesagt, um rechtzeitig da zu sein! So wichtig kann es ja wohl nicht gewesen sein!Ò

Wenn die wŸsste, dachte ich, und schwang mich auf mein Rad. Was ich nicht bemerkte, war eine kleine Sanduhr, die in ungefŠhr zwei Metern Abstand hinter mir her flog.