AuserwŠhlt
Es dunkelt. Nur wenige glŸhende Fackeln beleuchten den Pfad, auf dem wir Arm in Arm zu unserem Quartier wanken. Ein Gitter am Boden schŸtzt uns vor den letzten PfŸtzen der Regenzeit. Aus den Rinnen am Wegrand steigen schillernde DŠmpfe und verflŸchtigen sich in den Wolken zwischen den HochhŠusern.
Die Werbeplakate sind vergilbt und glŠnzen feucht vom letzten Regen. Die Botschaften der Gemeinschaft werden hier nicht oft plakatiert. Auf einem warnt der verehrte Rechtsherr der fŸnf Monde vor dem SŸhne-Pranger, der alle Kriminellen erwartet. Auf einem anderen verkŸndet der Orden, den Rebellen gegen Myr den Kampf anzusagen. Jemand hat Blutorden darŸber geschmiert. Ich spucke verŠchtlich aus.
Und schlie§lich verweilen wir vor den goldglŠnzenden AnkŸndigungen der gro§en PrŸfung. Unter dem Schriftzug ãWir geben alles fŸr die Monde der Myr!Ò werden neben der Zeremonie auch allerlei Festlichkeiten und Trunkgelage angekŸndigt.
Denn in diesen Tagen ist die Ordensschule das Zentrum des Gro§en Mondes. Eine neue Generation AuserwŠhlter steht vor dem Aufbruch.
ãWir werden das Universum erringenÒ, gršle ich in die hereinbrechende Nacht, ãnichts hŠlt uns auf!Ò
Und mein Ordensbruder Arkundis beginnt zu singen. Es ist das Lied der Gšttin Myr, angereichert mit anzŸglichen Bemerkungen Ÿber ihre Nymphen in den OrdenstŸrmen. Der oberste Rat mšchte sie dort mšglichst getrennt von uns Kriegern auf ihre Aufgaben vorbereiten. Wenn der wŸsste!
Kurz wird mir schwindelig, so dass ich mich an dem Bruder festhalten mu§. Doch als es in den Refrain geht, der von den scharfen Kurven der schwerbrŸstigen Palla handelt, stimme auch ich ein.
Die mi§billigenden Blicke der wenigen an uns vorbeieilenden Passanten stšren mich nicht. Ich schreie den Namen des ãfabelhaften Ordens der drei Sonnen und fŸnf Monde im Rausch der Gšttin MyrÒ hinaus. Und die, die sich dabei erschrecken, denen schreie ich es nochmal extra laut ins Gesicht, dass sie Respekt bekommen. FŸr dumme Angst bleibt mir nur Hohn und Spott.
Etwas irritiert mich. Die Luft knistert, flŸstert: ãStarker Bartholomy!Ò. Ich zucke zusammen. ãDie PrŸfung... AuserwŠhlter!Ò Mehrfach drehe ich mich im Kreis und lasse Arkundis dabei los.
Doch da ist nichts mehr, nur vereinzelte Tropfen platschen monoton.
Fast wŠre mein Bruder in die dampfende Rinne gestŸrzt. Im letzten Moment krallt er sich an mir fest und zieht sich hoch, nicht ohne mir einen schmerzhaften Boxer in die Seite zu verpassen.
ãDumpfrebell!Ò, schimpft er.
Bin ich ein Narr, mich von meinen betrunkenen Sinnen foppen zu lassen? Aber hat die Stimme nicht recht?
Wir erreichen unser Quartier. Wir mŸssen schlafen, denn morgen ist der gro§e Tag. Und je hšher die Gšttin einen auserwŠhlt, desto hŠrter die Aufgabe.
Mit dem nicht vollkommen furchtlosen Gedanken an die Schwere meiner Aufgabe wŸhle ich mich ins Pelzlager. Ich lausche noch Arkundis' gleichmЧigen AtemzŸgen neben mir und denke Ÿber den Ruhm nach, der mich erwartet. Und trotz der Sorgen, stiehlt sich ein LŠcheln auf meine Lippen.
Fanfaren und Trommeln beherrschen den goldenen Platz aus jedem Winkel heraus. Und da stehen wir voller Stolz. Jahrelang wurden wir vorbereitet, die Besten zu sein, fŸr die Gšttin Myr zu kŠmpfen und dem Orden viel Ehre zu bringen. Das Wetter wurde schon vor Monaten auf den heutigen Tag geeicht, damit wie seit ehedem die schšnste Sommersonne erstrahlt.
Im traditionellen Silberpelz tritt der €lteste der Lehrerschaft vor. Trotz seines Alters spŸren wir die Kraft dieser Erscheinung, die die Fanfaren verstummen lŠsst und zu uns spricht: die Worte der Ehre, die Worte der Freiheit, die Worte der Zukunft und die Worte der AuserwŠhlung und er spricht vom Kontakt, dem Kontakt mit Myr. Ehrfurchtsvoll senken wir unser Haupt. ãMyr wird sich nun jedem von Euch zeigen und die Aufgabe zuteilen, die Eure persšnliche Bestimmung ist. Hšrt in Euch!Ò
Plštzlich stehe ich auf dieser Wiese, einer Wiese in den letzten Sonnenstrahlen. Sie ist herbstlich bedeckt mit bunten BlŠttern. Alte verschrumpelte und doch mŠchtige BŠume ragen auf und lassen ihre €ste im Wind knacken. Eine rauschende neblige Kreatur, wie komprimierter hei§er Dampf, beschnuppert mich. DemŸtig knie ich nieder. ãStolz bist du, Bartholomy und fŸr Gro§es geschaffen... Ich habe Deine Aufgabe.Ò Und die Zeit fror ein, als mŸsste die fremde Welt tief Luft holen: ãTšte Arkundis!
Einen Lidschlag spŠter bin ich wieder auf dem Platz. UnglŠubig rei§e ich die Augen auf und starre geradeaus. Die Ewigkeit verrinnt tršpfchenweise. Denn neben mir steht Arkundis und empfŠngt seine Aufgabe. Ich fŸhle seinen Stolz. Mich fršstelt. Wie kann Myr das von mir verlangen?
Apathisch verfolge ich den Rest der Zeremonie und lasse mich von meinem Bruder zum Ausgang ziehen. Dort erwartet uns Marla. Mit ihrer frechen Art und der burschikosen Frisur hat sie Arkundis vom ersten Moment an fŸr sich gewinnen kšnnen. Und auch meine anfŠnglichen Vorbehalte konnten schnell zerstreut werden.
ãSchšn Dich zu sehen!Ò, sagt mein Bruder lŠchelnd.
Sie zwinkert uns zu und umarmt uns stŸrmisch. ãOh, wie bin ich stolz auf Euch!Ò
Sie schaut uns fragend an: ãWie gern wŸsst ich Eure Aufgaben!Ò Dann wechselt sie plštzlich das Thema. Mit der Zeit gewšhnt man sich an diese Eigenart: ãWie sieht es bei euch aus? Habt ihr heut Abend Zeit?Ò Dieses schelmische Grinsen. ãOder jetzt gleich?Ò
Im Pelzlager bin ich nicht ganz bei der Sache, wŠhrend sich beide gleich verspielt treiben lassen. Arkundis wirft mir einen kurzen besorgten Blick zu. Marlas Animationen mich einzubeziehen, die ich sonst sehr genie§e, folge ich nur halbherzig. Auch wenn ich die Leidenschaft spŸre, erfŸlle ich nur die Pflicht, um mich in meine Ecke zurŸckziehen zu kšnnen.
Die Ablenkung des Pelzlagers war auch sofort wie weggeblasen. Dort an dem kleinen Tisch im flackernden Licht der Kerze kehrt die Erkenntnis mit voller Wucht zurŸck: Ich mu§ Arkundis tšten!
ãNein! Weg!Ò Unwillig knurrend springe ich auf. Zum Ausgang hin halte ich nochmal kurz inne und werfe einen Blick auf die sich verzerrenden Kšrper. Nur raus hier! Und wŠhrend es mich innerlich zerrei§t, schlie§e ich die TŸr fast sanft.
ãHey Arkundis, da bin ich, gehen wir zur †bung?Ò, ich betrete bereits in Einsatzmontur unseren Aufenthaltsraum.
Er schaut auf. ãWo warst Du? Wir haben Dich vermisst.Ò
Warum kriegt er denn nichts mit?
ãIch mu§te nachdenken Ÿber die Aufgabe, bin in der Kapelle eingeschlafen. Gehen wir?Ò
Ich bete geradezu, dass er mir Einhalt gebietet.
ãGleich. Bin gleich fertig.Ò Doch ahnungslos widmet er sich wieder dem Putzen seiner Stiefel, wie er es immer tut, Tag fŸr Tag. Ich kenne die Prozedur schon genauso auswendig wie er. Und jedes einzelne Abzeichen bestandener PrŸfungen poliert er sorgfŠltig. Als wŠre es sein Leben. Das Leben, das ich ihm nun nehmen werde.
Ich halte den Griff des Schwertes krampfhaft fest.
Er richtet sich auf und sein Blick ist rein und klar.
Ich schlucke schwer. Und erinnere mich des Schwurs Myr zu dienen und sich in der PrŸfung wŸrdig zu erweisen. Es ist die hŠrteste PrŸfung fŸr mich, den AuserwŠhlten!
Ich schaue vorbei und TrŠnen rutschen meine Wangen hinab. UnregelmЧig und laut pocht mein Herz. Ich mšchte schreien vor Anspannung, versuche zu fliehen oder wenigstens meine FŸ§e fest in den Boden zu rammen.
Da rei§e ich meinen Arm vor, das Schwert in der Hand, mache einen gewaltigen Satz, die Flammen des Flugaggregats fauchen, ich hole aus und - es zieht sich hin wie tausend Jahre, ich fŸhle jeden Muskel, jeden Milimeter verdrŠngter Luft, und kann nichts Šndern, es treibt mich und ich - ramme ihm das Schwert in die Brust.
Dieser unglŠubige Blick!
Ich erfŸlle die Pflicht. Der Ordensschule ein wŸrdiger SchŸler.
In meinen Ohren hallt der Schrei. Dieser entsetzliche Schrei! Von ihm, der mir vertraut war.
Ich stehe atemlos gebeugt Ÿber der Leiche, schaue in die gebrochenen Augen. Meine Sicht Ÿberlagert sich. Ich hšre sein Lachen, unsere gemeinsamen Unternehmungen, Zechgelage und Streiche. Die Freundinnen, die wir uns als OrdensbrŸder geteilt haben, die Zeit der Freude und Leidenschaft. Er hat mir vertraut und ich habe ihn getštet.
Ich hšre Schreie der Wachmannschaft: ãOh mein Gott! Was hat er getan?Ò ãNehmt ihn fest!Ò Starke Arme packen mich und ich wehre mich nicht. Ich befinde mich bereits in der anderen Welt.
ãGut gemacht!Ò, wispert es. ãDu bist wŸrdig.Ò Und das Wesen aus Dampf tanzt Pirouetten Ÿber der Wiese auf der fremden Welt. ãGut gut gutÒ, hallt es in mir nach. Ich horche hinein und fŸhle nichts mehr. Das Wesen hŸllt mich in dampfendes wei§es Licht. Geblendet schlie§e ich die Augen.
Wie aus der Ferne dringt ein Schluchzen in meinen Geist. Nein, es ist ganz nah, ich bin es selbst. Und die Erinnerung durchdringt mich wie ein blutiges Schwert des Ordens. Er ist fort! Wurde von mir fortgegangen und aus dem Lebendigen entfernt.
Ich šffne die trŠnenverschlierten Augen, gewahre die flirrenden EnergiewŠnde und um mich kegelfšmige HochhŠuser aus dreckigem Metall. Ich spŸre den kalten Boden und sehe durch ihn durch: die gŠhnenden Schluchten der Gro§stadt. Ršhrenbahnen schie§en vorbei und RaketenfŠhren in die Luft, hinauf zu den anderen Monden.
RotglŸhend zieht etwas meine Aufmerksamkeit auf sich. Es ist das monstršse Wappen des "fabelhaften Ordens der drei Sonnen und fŸnf Monde im Rausch der Gšttin Myr", vom gemeinen Volk als Blutorden beschimpft und gefŸrchtet. Meinem Orden!
Blaue, rote, gelbe Blumen wiegen vor sich hin. Es ist friedlich und bedrohlich. Alles gut und doch bšse. Und die Stimme wispert: "Die nŠchste Etappe ist bereit, OrdensschŸler Bartholomy." Ich habe getštet, getštet im Namen der Gšttin, im Prozess der AuserwŠhlung, fŸr etwas hšheres bestimmt. ãDer erste Schritt deiner PrŸfung... erfolgreich... Halte durch!Ò
Man hat mich in die SŸhne-Zelle gebracht. Warum bin ich hier gefangen? Mir wird schlecht. Ich kotze alles heraus, kotze und kotze, bis ich nicht mehr kann und nurmehr wimmernd am Boden liege. Ich springe auf und schreie den Kriegsschrei, den Schrei, der Wut und Leid vereint und zur Attacke drŠngt.
Eine Kapsel schie§t heran, umkreist die Zelle, hŠlt inne. Eine Schleuse šffnet sich und bildet einen Pfad, auf dem ein Mann zur Zelle schreitet. Die schwindelerregende Hšhe scheint ihm nichts auszumachen, ein herrlicher Mann, voll Mut und Grazie. Die langen roten Haare zerzaust vom Hšhenwind. Meine Augen trŠnen wieder, diesmal vor GlŸck. Diese Freude vor ihm zu stehen, dem Rechtsherrn zu begegnen. Nach dieser gemeisterten PrŸfung endlich am Ziel.
Doch seine Miene ist hart, ich spŸre das unerbittliche Herz. ãIch erhebe Anklage gegen Dich, Bartholomy. Anklage wegen bestialischem Mord an der Gemeinschaft der drei Sonnen und fŸnf Monde. Deine Tat hat Entsetzen ausgelšst. Nur noch als blo§e Ziffer auf dem Haufen der Wahnsinnigen wirst Du in die Chroniken eingehen. Auch Dein Mund wird versiegelt, dass Du niemanden Deinen Wahnsinn einflŸstern kannst.Ò
Meine StimmbŠnder schrumpfen sirrend. Ich versuche zu artikulieren, doch alle MŸhe reicht nur zu rudimentŠrem Gestammel. Erschrecken schnŸrt meine Brust zusammen.
Und wie aus weiter Ferne hšre ich seine letzten Worte, bevor er sich brŸsk abwendet: ãBartholomy, Du wirst dafŸr bŸ§en, hier in dieser Zelle, bŸ§en, bis Myr Dich in seine lŠuternde Obhut lŠsst.Ò
Die Wiese blŸht und die Schšnheit der Sonnenstrahlen betšrt mich. Das Wispern der nebligen Kreatur, es ist wieder da: ãZweifle nicht an Deinem Dienst, Bartholomy! Ich wache an deiner Seite. Ò
In der Zelle erinnere ich mich des Schwurs der Ordensschule: ãAlles opfern!Ò. Doch in dieser konsequenten BrutalitŠt, wer hŠtte es geahnt?
Pferdeherden toben durch meinen Geist, gezŠhmt durch meinen Vater und meine Mutter. Auf dem Mond der weiten Steppen haben wir gelebt. Ein freies Leben, doch der Orden hat gerufen, hat die AuserwŠhlten zu sich gezogen.
Keine Kraft mehr.
Tage und NŠchte vergehen. Hunger nagt. Das Wappen des Ordens starrt mich hšhnisch an. Ich beobachte den Verkehr in dieser technoiden Einšde und spŸre die Verachtung, wenn FŠhren nah an mir vorbeifahren. Ich bin der Pranger, der die Gesellschaft lŠutern soll. Doch habe ich doch alles fŸr Myr getan!
Die Wiese auf der ich liege und die Gšttin zu mir spricht. Kann es wirklich Myr sein? Heimelige WŠrme erfŸllt mein Herz mit Sehnsucht - nach einem Ende der Qual. Myr spricht immer wieder zu mir, ich vergesse es wieder. Auf dieser schšnen Blumenwiese macht es Knack. ãDie letzte PrŸfungÒ, wispert es.
Ich verstehe nicht, lache nur hysterisch. ãWelche PrŸfung?Ò, schreie ich in die Winde, die zwischen den Wolkenkratzern toben. ãWieso habt Ihr das getan? Ich habe ...Ò Ich schluchze. Ich fŸhle wie sich jeder Halt verflŸchtigt. ãFŸr Euch!Ò Ich schreie meinen Hass gegen das glŸhende Symbol des Ordens, bis ich kraftlos zusammensacke. ãEin Held wollte ich sein. Ja genau! Ein Held!Ò Ich rolle kichernd auf dem Boden hin und her.
In irgendeiner Nacht – was bringt es zu zŠhlen? - verŠndert sich etwas. Es wird wŠrmer. Ich spŸre die Zelle brummen und schwingen. Die EnergiehŸlle glŸht immer greller und hei§er. Ich schreie, ich verbrenne. Endlich vorbei!
MELDE: Alle Systeme bereit und auf 100% Leistung
ORDER: Angriff.
ANTWORT: Akzeptiert
Ein UngetŸm von Robot setzt sich in Bewegung, einen Schritt nach dem anderen, die die Erde erbeben lassen. Eis kracht, Schollen werden von den Armen des Kriegs-MECH zur Seite geschoben. Von der eisigen Hšhe schaut er hinunter ins Tal.
Ein lila Display, Zahlen funkeln und wechseln im fliegenden Tempo. Eingerahmt durch ein Koordinatensystem, blinkt die Zielerfassung auf, die HŠuser im Visier. ãRebellen-RefugiumÒ taucht als Information auf. Heranzoomen. Menschen, Alte und Kinder, keine Krieger.
MELDE: Rebellen-Refugium voraus
ORDER: Vernichtung
ANTWORT: Akzeptiert
Sirrend verarbeiten sich die Informationen im MECH.
MELDE: keine Krieger
INFORMATION: Satellit P-34 meldet Bewegung an Deinen Koordinaten
ANTWORT: Akzeptiert
Die Beine setzen sich in Bewegung und zertrampeln StrŠucher und alles was sich bewegt. Eine Herde von Wildtieren wird vertrieben oder zu Matsch. BŠume brechen. Etwas trifft den metallenen Koloss und fŸhrt zu Irritationen.
MELDE: Krieger greifen an. Keine Gefahr.
ORDER: Vernichtung
ANTWORT: Akzeptiert
Wie lŠstige Insekten werden die Rebellen-Krieger beilŠufig erschossen oder zu Tode getreten.
MELDE: Krieger vernichtet. Dorf im Visier.
ORDER: Vernichtung
ANTWORT: Akzeptiert
Etwas zuckt im MECH, ein kurzes Zšgern in den Armen. Wo liegt die Ursache? Automatische Kontrollsysteme verfolgen die Signale von den Waffenarmen hinauf in die Brust, in die Kommandokabine, bis ins Steuerhirn.
Wo es flŸstert: ãBartholomy! FŸr deine Gšttin bist du der auserwŠhlte Krieger des Ordens! Du hast es bereits getan, hundertmal getan. Sei das Gute, das Ewige! Erweise Dich wŸrdig!Ò
Ein Schrei bleibt in der Kehle meines nackten Kšrpers stecken. Ich nehme mich wahr, durchdrungen von Kabeln, SchlŠuchen und DrŠhten. Wo bin ich? Eine Erinnerung attackiert mich: Bilderfetzen von Kindheitstagen Ÿberlagert von Arkundis Lachen und trunkenem Torkeln, Marlas schelmischem Grinsen und dem heroisch glŠnzenden Platz, der schwerbrŸstigen Palla bei Lust und Leidenschaft im Pelzlager, dem Sto§ des Schwertes, den gebrochenen Augen vor dem blutroten Symbol des Ordens, und diesem fŸrchterlichen Schrei, der nicht enden will... und wŠhrend Drogen in mein Blut gepumpt werden, treibt es mich vorwŠrts, ich hebe die Arme: jeder Schu§ ein Treffer, fauchende Raketen versinken in Explosionen, die die Schreie ersticken.
Und ich verschwinde unter betŠubtem Schmerz. ZurŸck lasse ich einen zuckenden ausgemergelten Kšrper, der nicht einmal schreien kann.
In einer nicht mehr fremden Landschaft sitze ich unter vertrauten alten BŠumen und rolle mich schnurrend zusammen. Myr hat mich auserwŠhlt fŸr dieses Paradies. Nur kurz blitzen Bilder vorbei, aus einer inzwischen fremden Welt. Jedoch, AlptrŠume vergesse ich schnell. Denn ich bin glŸcklich.
MELDE: Auftrag ausgefŸhrt. Refugium vernichtet.
INFORMATION: BestŠtige Angaben. Schicke weitere Koordinaten.
ORDER: Vernichtung
ANTWORT: Akzeptiert