Wahrheit
ãTrŠumst du?Ò
Sabas Frage schwebte wie ein Wassertropfen in Schwerelosigkeit im Raum. Ich beendete die Beobachtung der Sternenkonstellationen, schloss langsam meine Augen und stellte mir ihre Augen vor, das dunkle Blau mit den grŸnen Sprenkeln und musste lŠcheln.
ãAntinoch? Willst du mich verŠrgern?Ò, fragte Saba diesmal drŠngend und ungeduldig.
Ich šffnete meine Augen und antwortete: ãNein, natŸrlich nicht. Weder will ich dich verŠrgern, noch trŠume ich. Vielleicht denke ich zuviel und wŠhrend ich denke, schweige ich, Saba.Ò
NatŸrlich verŠrgerte ich sie so, doch es war mir egal, manchmal empfand ich sogar eine gewisse Freude, wenn sie sich Šrgerte.
ãDu bist blšd!Ò, schrie sie, sprang auf und rannte davon, Richtung Schott.
Ich sah ihr nach, den langen blonden Haaren, die fast waagerecht in der verminderten Schwerkraft zŸngelten. In solchen Momenten benahm sie sich wie eine VierzehnjŠhrige, die sie schlie§lich auch war.
Sie war mein einziger Konterpart in diesem Schiff voller Greise. Zwei Jahre jŸnger und viel temperamentvoller als ich es bevorzugte. Nicht, dass wir ein Liebespaar wŠren, dies wŸrden schon Moises und Elli verhindern. Aber ich mochte sie, was blieb mir auch anderes Ÿbrig.
Wie auf«s Stichwort beugte sich Moises Ÿber mich, verdeckte die Aussicht auf die Sterne im offenen Observatorium.
ãWas hast du getan, Antinoch?Ò
Ich zuckte mit den Schultern. ãEgal.Ò
ãNein, es ist nicht egal. Sie ist empfindlich und du verŠrgerst sie bewusst.Ò
ãAch Moises. Nimm doch nicht immer alles so ernst.Ò Im nŠchsten Moment sprang ich auf und rannte meinerseits Richtung Schott, welches sich automatisch bei meiner AnnŠherung šffnete. Moises, der Greis, wŸrde mir nicht folgen kšnnen. So eilte ich davon zu meinem Refugium, meinem Raum, den nur ich betreten konnte. Als die TŸrhŠlften hinter mir zuglitten, atmete ich einige Zeit lang nur heftig, bis sich mein Herzschlag wieder beruhigt hatte. Dann setzte ich mich an das Terminal, um einen Tagebucheintrag vorzunehmen.
Elli unterbrach mich. ãSprichst du heute mit mir, Antinoch? Oder ist dies einer der Tage, an denen wir uns nichts zu sagen haben?Ò
Die Hyper-Kontroll-KI, Herrin Ÿber alle schiffseigenen Funktionen und so etwas, wie die letzte moralische Instanz, die zwischen mir und den Greisen vermitteln konnte, ahnte den zornigen Sturm in meinen Gedanken.
Ich antwortete: ãEs ist alles in Ordnung, Elli.Ò
ãDas glaube ich nicht, Antinoch. Ich mšchte dir meine Hilfe anbieten. Doch du musst gewillt sein, sie auch anzunehmen.Ò
Elli schwieg.
ãWas habe ich falsch gemacht?Ò, fragte ich.
ãSag du es mir.Ò
ãNein! Fang nicht so an, Elli. Du wei§t, dass ich auf solchen Psychoschei§ nicht reinfalle. - Wenn ich einen Fehler gemacht habe, dann sprich ihn klar aus. Dann werde ich etwas dazu sagen. Ansonsten ist das GesprŠch hier und jetzt beendet!Ò
Unruhig tigerte ich durch den Raum, vorbei am Tisch, auf dem ausgedruckte Sternenkarten ausgebreitet lagen.
ãDu hast Saba unglŸcklich gemachtÒ, behauptete Elli.
ãWir haben ein StreitgesprŠch gefŸhrtÒ, konterte ich.
ãSo ist es nicht gewesen. Saba fragte dich etwas und du hast sie beleidigt. Grundlos, wie ich betonen mšchte.Ò
ãJa, Mutter. Ich stimme dir zu. Sie war beleidigt und ist davon gerannt. Doch genauso hŠtte sie Widerworte geben kšnnen. Dies hŠtte eine gewisse Steigerung ihrer Intelligenz angedeutet.Ò
ãSie ist jŸnger. Ihr fehlt die Erfahrung mit dir umzugehen, wenn du aggressiv wirst.Ò
ãSie wird es nicht lernen, wenn sie stŠndig davon lŠuftÒ, belehrte ich die KI.
ãSie ist ein Kind.Ò
ãIch nicht?Ò, fragte ich und wurde durch eine kurze Nachdenkpause Ellis belohnt.
Doch bevor ich noch den winzigen Schluck Triumph kosten konnte, bemerkte Elli leise: ãSie mag dich.Ò
Ich schwieg, verfluchte die Ršte, die mein Gesicht befiel, wusste, dass Elli Ÿber die internen Sensoren diesen Anstieg meiner Durchblutung ma§ und interpretieren konnte.
Ich wechselte das Thema.
ãIch mšchte den KapitŠn sprechen, Elli.Ò
ãWarum, Antinoch?Ò
ãVerbinde mich doch einfach mit ihm.Ò
ãEr schlŠft.Ò
Verdammt! Diese Greise schliefen Dreiviertel des Tages. ãWŸrdest du mir Bescheid geben, wenn er den Dienst aufnimmt? Ich wŸrde ihn gern sprechen.Ò
ãWas soll ich ihm mitteilen?Ò
ãBitte?Ò
ãAus welchem Grund mšchtest du ihn sprechen. Ich empfinde es als unhšflich, dem KapitŠn einen Termin einzutragen, ohne ihm einen Grund fŸr das GesprŠch nennen zu kšnnen.Ò
Ich Ÿberlegte blitzschnell und sagte: ãDu kannst nichts empfinden. Du bist eine kŸnstliche Intelligenz.Ò
ãJetzt hast du mich beleidigt.Ò Ein leises Klack ertšnte, um zu signalisieren, dass die Verbindung unterbrochen war.
ãElli.Ò
Ich stutzte und rief erneut: ãElli? ELLI!Ò
Doch sie strafte mich mit Nichtachtung.
Ich setzte mich auf meine Koje, betrachtete meine neun Quadratmeter PrivatsphŠre. Der Tisch mit den Karten, die leeren grauen WŠnde, in der Ecke die Waschnische mit dem halbblinden Spiegel, dem Becken aus Duroplast und dem Wasserhahn, dessen …ffnung stark verkalkt war, so dass mich der Strahl meist mit Tropfen sprenkelte.
Ich fŸhlte mich erschšpft. Durfte man mit sechzehn Jahren schon so mŸde sein?
ãElli?Ò, fragte ich leise, in der Hoffnung ihre Stimme hšren zu kšnnen. Wenigstens ein Laut in der Stille des Weltalls. Doch nur die dumpfen Vibrationen der BelŸftungsanlagen antworteten.
ãWas tust du, Antinoch?Ò Sabas Stimme klang blechern durch die Sprechanlage.
ãTŸr auf!Ò, befahl ich.
Sie stand im Eingang, blickte vorsichtig in meinen Raum.
ãKomm rein, Saba. Und entschuldige, dass ich dich heute Morgen so angemacht habe.Ò
ãSchon gutÒ, entgegnete sie und trat langsam ein, setzte sich an den einzigen Stuhl und inspizierte die Sternenkarten auf dem Tisch. ãWas studierst du?Ò
ãOh, das! Das ist nichtsÒ, wiegelte ich ab.
ãNein, im Ernst! ErklŠr es mir, ich will es verstehen.Ò
ãEs ist im Rahmen des Astronomie-Unterrichts ... ein Projekt ... fŸr mich privat.Ò
ãDu willst nicht darŸber sprechen?!Ò
Ich nickte.
ãDu hast Geheimnisse?Ò Saba lŠchelte. Ich spŸrte einen kurzen Stich nahe beim Herzen.
ãJa. Nein. Nicht so richtig.Ò Ich kam mir bescheuert vor, stotterte wie ein Idiot.
ãKŸsst du mich?Ò Sabas Augen zogen mich in einen magnetischen Tunnel.
ãWas?Ò, fragte ich verwirrt.
ãIch mšchte dich kŸssenÒ, verkŸndete sie im Plauderton.
ãWie kommst du denn jetzt darauf?Ò
ãMagst du mich nicht?Ò
ãDoch. Klar!Ò
ãFindest du mich hŠsslich?Ò
ãNein, natŸrlich nichtÒ, entgegnete ich.
ãWarum willst du mich nicht kŸssen?Ò
ã€h...Ò
ãIch will wissen, wie es sich anfŸhlt. In den Holo-Filmen kŸssen sie und es scheint ihnen zu gefallen. Ich will es probieren.Ò
ãJetzt?Ò
ãKlar!Ò
Gab es einen Grund, es nicht zu tun? Immerhin war sie das einzige MŠdchen in ungefŠhr meinem Alter auf diesem Schiff. Auf was oder wen wollte ich warten?
Saba musterte mich intensiv.
Ich gab mir einen Ruck, erhob mich von der Koje und trat nŠher an sie heran. Sie lŠchelte.
ãANTINOCH!Ò, schepperte es ohrenbetŠubend aus den Lautsprechern. Ich schreckte zusammen.
ãMoises?Ò
ãMach sofort die TŸr auf!Ò, befahl der Greis.
ãTŸr auf!Ò, gab ich den Befehl und die SchotthŠlften glitten zur Seite, entblš§ten dabei das wŸtende Gesicht meines Lehrers.
ãWas macht ihr da?Ò, herrschte er uns an.
ãNichtsÒ, antwortete Saba und lŠchelte entwaffnend. Technisch gesehen, blieb sie bei der Wahrheit, denn noch hatten wir nichts getan.
ãSaba?Ò
ãJa, Moises?Ò
ãMelde dich bitte bei Tabia in der Medostation. Du wirst gebraucht.Ò
Saba nickte und ging.
Nachdem wir alleine waren, sagte Moises: ãDu wolltest den KapitŠn sprechen?Ò
ãJa. Aber Elli hat mir mitgeteilt, dass er in seiner Ruhephase ist.Ò
ãEr ist zu beschŠftigt, um einfach auf Zuruf jedem Mannschaftsmitglied zur VerfŸgung zu stehen. Das musst du einsehen.Ò
Ich nickte.
ãWorum geht es denn?Ò
ãDas wŸrde ich gerne mit KapitŠn Bronte persšnlich besprechen.Ò
Moises Gesicht warf noch mehr Falten als Ÿblich. Dann sagte er: ãElli?Ò
ãJa, MoisesÒ, antwortete die KI.
ãMachst du bitte einen Termin fŸr Antinoch mit dem KapitŠn?Ò
ãSelbstverstŠndlich, Moises. Per Intrakom oder ein Treffen.Ò
Moises warf mir einen wŸtenden Blick zu. ãEin persšnliches Treffen scheint angebracht.Ò
Ich genoss meinen Sieg und setzte noch einen obendrauf. ãAm liebsten wŠre es mir auf der BrŸcke.Ò
ãMoises?Ò, fragte Elli, die mich scheinbar immer noch ignorierte.
Der Greis atmete heftig. ãMach es so!Ò
ãIch melde michÒ, beendete Elli das GesprŠch.
ãIch hoffe, du bist zufrieden?Ò, fragte mich Moises.
MŸhsam unterdrŸckte ich ein triumphierendes LŠcheln, wŠhrend ich nickte.
Saba und ich hatten die Kantine fŸr uns alleine. Die weiteren fŸnf Tische waren unbesetzt. Aus den Lautsprechern rieselten leise symphonische Tšne.
ãWas willst du mit dem KapitŠn besprechen?Ò, wollte Saba wissen und beugte sich verschwšrerisch Ÿber die Tischplatte.
Ich kaute mit vollem Mund und kam so um eine Antwort herum.
ãHat es etwas mit den Karten zu tun?Ò
Ich nickte.
ãNun komm schon! Sag es mir!Ò, drŠngte Saba.
Ich fragte mich, ob sie immer noch kŸssen wollte oder ob dieser Wunsch jetzt schon wieder vergessen war.
ãDas mšchte ich nichtÒ, flŸsterte ich nachdem ich geschluckt hatte. ãZumindest jetzt noch nicht. Lass mich erst mit dem KapitŠn sprechen.Ò
ãDu bist gemein.Ò
ãJetzt hab dich nicht soÒ, beschwichtigte ich sie.
ãBin ich nicht deine Freundin?Ò
ãWas?Ò Ihre GedankengŠnge erstaunten und verwirrten mich immer aufs Neue.
ãWir haben uns gekŸsst, also bin ich deine Freundin. Und vor seiner Freundin hat man keine Geheimnisse.Ò
ãWir haben uns nicht gekŸsst!Ò, widersprach ich.
ãSchnickschnack! Nur weil wir unterbrochen wurden.Ò
ãAch, Saba!Ò Ich sah ihr in die Augen und obwohl mein Widerstand schmolz, dachte ich daran, was ich entdeckt hatte und wie wichtig es sein konnte. Und wie sehr ich mich blamieren wŸrde, wenn falsch lŠge. ãNein!Ò
Auf Sabas Stirn bildeten sich steile Falten. Sie sprang auf, ihr Haar wirbelte durcheinander, bildete goldene Kaskaden, die an den Seiten ihres Kopfes hinab stŸrzten. ãVergiss es!Ò Dann ging sie, lie§ ihren Teller halb geleert zurŸck.
Ich sah ihr nicht nach, als das Schott sich hinter ihr schloss. Kurz darauf glitten die TŸren auseinander. Ich sah mich um, doch es war nur Moises, der kopfschŸttelnd die Kantine betrat. FŸr einen Moment schien sein Kšrper durchsichtig zu werden, doch ich schrieb es den TrŠnen zu, die auf meine Hose tropften.
Mit den Karten unter dem Arm nahm ich den kŸrzesten Weg zur BrŸcke. Elli hatte mir mitgeteilt, dass der KapitŠn ein paar Minuten Zeit fŸr mich haben wŸrde. In aller Eile packte ich meine Unterlagen und hetzte los.
Diesen Teil des Schiffes hatte ich schon lange nicht mehr betreten. Es roch metallisch und ein wenig nach Schmiermittel, so, als wenn schon lange niemand mehr diesen Gang gesŠubert hŠtte.
Am Ende lag das kreisrunde Hochsicherheitsschott zur BrŸcke. Ich stellte mich davor auf, als es sich nicht sogleich šffnete. ãElli?Ò, fragte ich laut.
ãNoch einen Augenblick, AntinochÒ, entgegnete die KI.
Ich wartete.
ãIch šffne nun das Schott!Ò, verkŸndete Elli.
Ein seltsames GerŠusch ertšnte, eine Mischung aus Seufzen und Quietschen. Die dicke TŸr ruckelte an, blieb dann hŠngen, so dass ich einen Spaltbreit Sicht auf die BrŸcke hatte. Das Metall Šchzte als das Schott sich erneut bewegte und nach wenigen Zentimetern wieder stecken blieb.
Ich stutzte und fragte: ãStimmt etwas nicht?Ò
ãNoch einen Augenblick, Antinoch!Ò, erwiderte Elli.
Dann fuhr das Schott wieder zu, zurŸck in die Ausgangsstellung, nur um dann in einer flŸssigen Bewegung komplett den Eingang freizugeben. Es stank verbrannt.
Ich schŸttelte den Kopf, blickte hinein in die Zentrale, doch au§er dem KapitŠnssessel waren alle PlŠtze unbesetzt. Bronte hatte sich nicht einmal umgedreht.
ãErlaubnis, die BrŸcke zu betreten?Ò, fragte ich.
Bronte winkte nur mŸde mit einem Arm.
Ich trat ein, sah mich um, betrachtete die blinkenden Schirme, auf die niemand zu achten schien.
ãKapitŠn?Ò
ãKomm nŠher, Antinoch. Ich mšchte mit dir sprechen.Ò
Ich stellte mich neben den Stuhl, bemerkte zuerst die HŠnde und erschrak vollends, als ich das Gesicht Brontes sah.
ãBin ich so alt fŸr deine jungen Augen?Ò, krŠchzte der KapitŠn.
Bronte war zum Greis verfallen. Ich hatte ihn vielleicht vor zwei Jahren zum letzten Mal getroffen, einen krŠftigen Mann voller VitalitŠt und Entschlusskraft.
ãIch wollte etwas mit ihnen besprechenÒ, stie§ ich hervor, um seine Frage nicht beantworten zu mŸssen.
ãGute Einstellung! Immer direkt zum Kern vorsto§en.Ò
Ich breitete die Karten aus, die Bronte kurz musterte und danach ignorierte, indem er auf einen kleinen Bildschirm starrte, der einen blinkenden Punkt in einem Koordinatengitter zeigte.
ãKapitŠn?Ò
ãJa, Antinoch?Ò Er sah mich an.
ãDarf ich kurz meine GedankengŠnge zusammenfassen?Ò, fragte ich.
Bronte nickte.
ãDanke!Ò Ich atmete tief ein, konzentrierte mich. ãWir sind an Bord eines Samenschiffes, nicht wahr? Wir wurden auf die Reise geschickt, um irdisches Leben auf einen fremden Planeten zu bringen.Ò
Bronte nickte.
ãAn Bord befinden sich kryogenisierte pflanzliche und tierische Keimlinge, sowie auch AusrŸstung fŸr die Besiedlung eines fremden Planeten. Wir sind die Arche Nummer 1, uns folgen zwei Schiffe mit kryogenisierten Siedlern, die circa ein Jahr nach uns auf Beta Major FŸnf eintreffen werden. Wir sind sozusagen das Vorkommando. Soweit richtig?Ò
Bronte nickte.
ãNun - ich habe die Sternenkarten studiert, Konstellationen verglichen und ich bin auf einen Fehler gesto§en.Ò
Bronte sah wieder auf den Bildschirm mit dem blinkenden Licht.
Es wurde Zeit fŸr meinen KnŸller.
ãWir bewegen uns in die falsche Richtung!Ò
Bronte sah mich an.
ãHaben Sie das verstanden? - Dies hier wŠren die Konstellationen, die wir sehen mŸssten, wenn wir dem Kurs korrekt gefolgt wŠren. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Wir fliegen zurŸck! - KAPIT€N? - H…REN SIE MIR EIGENTLICH ZU?Ò
Bronte nickte nur schwach, dann sah er erneut auf den Schirm, auf dem der Lichtpunkt nicht mehr blinkte sondern in einem DauergrŸn strahlte. Ein Ruck lie§ den Boden unter meinen FŸ§en erzittern.
ãWas war das?Ò
ãEs tut mir leid, AntinochÒ, flŸsterte Bronte und TrŠnen traten in seine Augen. ãDeine Beobachtungen sind richtig. Aber es ist zu spŠt. Geh jetzt! Elli wird es dir erklŠren.Ò
Ich war so verwirrt, dass ich tatsŠchlich ging.
Hinter dem Schott in dem dunklen Gang begann Elli zu sprechen: ãDies ist eines von vielen Hundert Samenschiffen, Antinoch! Doch die wichtigste Fracht seid ihr, Saba und du!Ò
ãWas soll das hei§en?Ò
ãEs existieren keine drei Archen! Dies ist eine von vielen, bestimmt, irdisches Leben zu den Sternen zu tragen. An Bord kryogenisierte Pflanzen, Tiere und auch eingefrorene menschliche Embryos, von denen zum UnglŸck nur zwei ohne Schaden durch kosmische Strahlung blieben.Ò
ãDu meinst...?Ò
ãSaba und du seid die einzigen genetisch unverfŠlschten †berlebenden dieser Reise. Doch wir bekamen den Befehl zur Umkehr von der Erde. Dort hat es eine genetische Katastrophe gegeben. Alle Archen wurden aufgefordert zurŸckzukehren, nicht nur unsere, wir wissen jedoch nicht, ob es noch weitere †berlebende auf den anderen Schiffen gibt.Ò
ãAber wozu?Ò
ãDie Erde benštigt frisches Genmaterial zur Gesundung der Bevšlkerung. Ihr seid die Rettung des Planeten.Ò
ãWas wird mit uns geschehen?Ò, fragte ich.
ãDie EinsatzkrŠfte der Erde sind bereits an Bord, werden euch in QuarantŠne zur Erde bringen und die benštigten Zellen dort entnehmen.Ò
ãIn QuarantŠne?Ò
ãJa, getrennt voneinander. Sie wollen kein Risiko eingehen. Wir bekamen den Befehl, euch im Brutkasten auszutragen und gro§ zu ziehen, damit ihr im geschlechtsreifen Alter seid und der Erhaltung der menschlichen Art dienen kšnnt.Ò
ãSie werden mich von Saba trennen?Ò
ãEs ist sicherer so!Ò
Ich suchte Saba, doch sie war bereits eingefangen worden und auch mein Versteck fanden sie mit Leichtigkeit, da Elli ihnen half.
Ich drohte, tobte, biss und kratzte, dann bettelte ich die MŠnner in den SchutzanzŸgen an, mich zu Saba zu bringen. Doch keiner reagierte. Ich sah in die mutierten Fratzen hinter dem Glas und wehrte mich nach KrŠften. Doch sie waren stŠrker.
ãLasst mich zu Saba!Ò, schrie ich aus LeibeskrŠften. ãIch liebe sie doch!Ò
Sie fesselten mich, damit ich mich nicht selbst verletzen konnte, trugen mich hinŸber auf ihr Schiff, das mich zur Erde bringen wŸrde.