Die Invasion
Wunderschön ist der Moment in dem die Sonne auf dieser Welt aufgeht und das Land in ein glänzendes Licht hüllt. Das war ihr Wort für diesen seltenen Tag der ihre Seele erwärmte und ihr Herz höher schlagen ließ.
Die Sommertage waren heiß und unerträglich meistens suchte man sich eine kühlen Ort für den Rest des Tages, da man keine Klimaanlagen besaß. Dies war auch die Zeit in der die meisten Erntepflanzen eingingen. Feuersbrünste zerstörten die Pflanzen und hinterließen nur noch verbrannte Erde. Ganz anders war der Herbst und seine Tage die meistens grau, verhangen mit Wolken und Regen, durchbrochen von hellen Blitzen und hallenden Donner. Die Fluten überfluteten das Land und gaben dem verbrannten Boden seinen Nährstoff zurück. Die Wintertage legte seinen weißen Schnee über die Dächer der Siedler Baracken und ließ die Menschen näher zusammenrücken. Der Frühling wiederum zeigte sein wunderschönes Antlitz. Dies war die Zeit der Aussaat und der Ernte und der Freude der Menschen.
Maria saß auf einen saftig grünen Hügel über der Siedlung Blue Harvest und schaute sich den Frühling in all seiner Form genau an, denn sie wusste das er schnell vorüber sein würde. Ihre Lieblingsjahreszeit auf diesen trostlosen Fleckchen Erde, hier gab es nicht viel zu tun wenn der Frühling vorüber war, außer zu ihrem Herrgott zu beten dass er sie von hier wegführen würde. Ragork der Weise hieß es wache über all seine Schäfchen und wird sie alle eines Tages in das gelobte Land namens Terra führen. Dort so sagte man gebe es das ganze Jahr über grüne Wiesen, keine Feuersbrünste und Kalte Tage die einen die Knochen gefrieren ließen. Ragork so sagen die Alten war der Erlöser und der Schöpfer der Menschen im ganzen Universum, er allein hatte all die Wesen erschaffen die es in der Galaxie gab. Echsenwesen, graue kleine Taros oder Menschen, sie alle hatten den gleichen Gott auf Erden. Als Kind hatte sie nach oben in den Sternenhimmel geschaut und gehofft einen Blick jenseits des Sternen Firmaments zu erhaschen und das Antlitz ihres Herrn zu sehen, der über sie alle steht's und ständig wachte.
Der Frühlingstag heute war wie jeder andere in der Erinnerung des sechszehnjährigen, blonden Mädchens das gerade hinab auf den Hof ihrer Eltern schaute und das Treiben dort beobachtete. Alles sah immer gleich aus auf dieser Welt und manchmal fragte sie sich warum ihr Gott sie auf einer solchen trostlosen Welt alleine ließ. Doch dann ermahnte sie sich das dies Blasphemie sei und sie nicht das Recht hatte über ihren Gott Ragork zu richten.
„Du bist schon wieder im Land der Träume Maria“, sagte Petrov neckisch. „Komm zurück in die Wirklichkeit. Du bist viel zu weit weg.“
Sie öffnete ihre blauen Augen und schaute den gleichaltrigen Jungen an, dessen lockiges braunes Haar sehr zerzaust war.
„Ich bin doch hier auf dem Hügel Petrov.“
„Nein, das bist du nicht.“ Meinte er etwas leicht genervt da sie es nicht wahrhaben wollte das sie wieder mal am Hellerleuchteten Tag träumte. „Du bist fort und träumst wieder von anderen Orten und lässt mich hier einsam und verlassen zurück“
Sie schaute in das Spitzbuben Gesicht von Petrov und erinnerte sich wie sie ihn damals kennen gelernt hatte. Mit ihrem Vater zusammen war sie zum Raumhafen gefahren um die neuen Familie abzuholen. Dort hatte sie ihn das erste Mal gesehen, den kleinen verängstigten Jungen der sich nach allen Seiten umschaute. Damals hielt sie ihn für nicht sonderlich interessant und zeigte ihm die kalte Schulter. Doch mit zunehmendem Alter kam der Hormon Schub und sie sah Petrov in einen ganz andern Licht. Und so kamen sie sich näher als sie damals noch dachte, doch wenn man bedenkt dass er der einzige Junge in ihrem Alter ist war es doch nicht verwunderlich.
Ihr Vater zählte zu den ersten Kolonisten der Welt Pure Sera das 5000 Lichtjahre vom Galaxis Mittelpunkt entfernt lag. Die Welt wurde nur zufällig entdeckt als das Schiff der Pilger die Blue Harvest in das System einflog. Damals dachte man dies währe das gelobte Terra, doch man irrte sich. Leider reichte der Treibstoff nicht mehr aus um das Schiff auf Überlicht zu beschleunigen und so blieb man hier und hoffte dass eines Tages ein Schiff kommen würde um sie zu retten. Die Absturzstelle markierte auch den Grundstein für den späteren Raumhafen den die Rexorianer hier errichteten.
Ihr leben verlief sehr gut und sie hatten ausreichend zu Essen und schafften es eine eigene Zivilisation zu erschaffen die es ihnen ermöglichte ihre Glauben zu festigen. Doch leider kam bis zum heutigen Tag kein weiterer Pilger Schiff. Und mit den Rexorianischen Imperium wollten sie nichts zu tun haben den dies war gegen ihren Glauben der besagte das sie das gelobte Land Terra alleine ohne Hilfe erreichen sollten und so entstand in dem Östlichen Arm der Milchstraße eine neue terranische Kolonie.
„In meinen Träumen bin ich vielleicht weit entfernt von hier doch dich würde ich nie zurücklassen.“ Sagte Maria mit einen Lächeln welches selbst Steinbrocken hinschmelzen lassen würde. Der Wind führ ihr sanft durch blondes langes Haar und die Sonne strahlen ließen ihre blauen Augen erleuchten, was sie Engelsgleich wirken ließ. „Du weißt doch dass ich wie du für immer hier bleiben werde. Dies ist nun mal unser Schicksal da ist es normal das man von weit entfernten Sternen träumt.
„Lass das nur nicht den Pater hören er würde dir wahrscheinlich die Leviten lesen. Ich höre ihn jetzt schon Maria.“ Meinte Petrov und versteinerte sein Gesicht um dann mit tiefer stimme vorzufahren. „Wie kannst du es wagen so zu reden als ob wir verdammt wären. Eines Tages kommt der Erlöser und holt uns zu sich weg von diesem Stern, zurück zur heiligen Erde. Du bist doch nicht etwa eine Ketzerin, ich warne dich wenn du so weiter machst müssen wir dir die lehren unseres Heiligen Vaters näher bringen und wenn dies nur mit Läuterung verbunden ist.“
„Du kannst das, gut Petrov. Aber weißt du wenn du nichts sagst wird er es auch nicht hören. Versprichst du es mir.“
„Ja gut ich verspreche es.“ Petrov blieb auch keine andere Wahl bei diesem Schmollmund und der Figur. Sie war einfach wunderschön und das einzige Mädchen in seinem Alter welches er begehrte auch wenn dies anstößig war.
„Ich muss langsam wieder ins Dorf.“ Sagte sie etwas traurig und schauet sich die Wolken an die ihre Bahnen über den blauen Himmel zogen. Ihre Formen sahen atemberaubend aus und ließen sie wieder träumen von einem anderen Ort. Doch dort bleib sie nicht lange den Petrov riss sie wieder heraus aus den Tagtraum.
„Wo musst du den hin Maria. Ich dachte wir haben heute den ganzen Tag Zeit.“
„Tut mir Leid aber ich schreibe nachher in Bruder Tiberius Theologie Klasse eine Prüfung, und wenn ich dort nicht erscheine werde ich nicht nur von Bruder Tiberius ärger bekommen. Auch mein Vater wird wütend sein und mir wahrscheinlich verbieten mit dir für die nächsten zwei Wochen zu rede.“ Sie wusste was er darauf sagen würde darum legte sie ihren Finger auf seinen Mund um ihn davon abzuhalten etwas Dummes zu sagen. Stattdessen sahen sie sich in ihre Augen und verschmolzen für einen kurzen Augenblick miteinander. Sie flogen Hand in Hand durch die Galaxie und sahen ferne Orte, auch den Ort von dem sie so oft träumte doch bevor sie ihn genauer sahen verschwand das Bild.
„Was ist los Petrov was hast du. Bist du etwa sauer weil ich fort muss. Ich hab dir doch erklärt das ich nicht hier bleiben kann.“ Sie rüttelte ihm an der Schulter doch er starrte einfach nur in den Himmel
Der Himmel war pechschwarz und leuchtet an manchen Stellen in einem dunklen blutroten Rot das einen denken ließ man währe in der Hölle. Marias Gedanken kreisten durch ihren Kopf und ließen den Gedanken an die Hölle nicht verschwinden. Der Erlöser war nicht gekommen stattdessen der Tod um sie zu sich zu holen wie es im heiligen Buch stand.
Sie alle hatten dies bis heute verleugnet und nicht daran geglaubt das so ein Moment kommen würde. Die Brüder und Schwestern des Ordens hatten immer in der Schule gesagt dass die Finsternis nicht kommen würde wenn sie standhaft blieben und an ihren Glauben festhielten. Waren sie nun wegen mir gekommen dachte sie sich und erschauderte als sie die Feuerbälle sah die auf die Felder niedergingen und wie die Faust Gottes das Erdreich einebneten.
Das Adrenalin erfasste sofort ihren Körper und schoss in ihre Ader, während sich ihre Augen weiteten bei den näher kommenden Feuerbällen. Sie mussten sich retten, in Sicherheit, hinab in den Schutz den Dorfes. Doch ihre Beine wollten nicht auf sie hören als sie hinab ins Dorf sah. Überall standen die Häuser in Flammen und ließen den Himmel noch mehr verdunkeln.
Sie spürte wie Petrov noch ihrer Hand griff um sei an sich zu ziehen, doch seine Hand entglitt ihrer. Als sie zu ihm sah verzog sich sein Gesicht zu einer Fratze und ließ die Blutadern hervortreten. Ein kalter dunkler Schleier legte sich über seine Schulter und zog ihn hinein in die Dunkelheit die sich jetzt hinter Petrov befand. Die Schleier war das böse das wusste sie den sie konnte es spüren.
Ohne nachzudenken stürmte sie in die andere Richtung los, sie wollte nur noch in Richtung Berge in die scheinbare Sicherheit. Hinter ihr ertönte der Todesschrei von Petrov. Sie hatte noch nie gehört, wie der eines Menschen klang, doch er hörte sich an wie ein gequältes Tier. Weg, Weg von hier das waren ihre Instinkte die sie voran trieben auf die Bergkuppen zu.
Dunkelheit das war das richtige Wort eine undurchdringliche Schwarze die keinen Sonnenstrahl duldete. Der Tag wurde zur Nacht in der man selbst die Sterne nicht mehr sah und stetigen Begleiter Namens Mond der unbeirrbar seine Bahnen zog.
Der Schatten senkte sich über das Dorf nieder, ein beängstigendes Grauen das von Haus zu haus schwappte und alles verschluckte was ihm in die Quere kam. Langsam und still nahm es sich einen Bewohner nach den anderen vor. Schwarze lange Klauen griffen nach den Menschen und rissen sie auseinander. Es war ein Barbarischer Anblick der das Blut gefrieren ließ.
Die Bewohner fluchteten in die Kirche um Schutz zu suchen doch langsam kam es immer näher. Scharende Geräusche, als ob Knochen zermahlen wurden, ein zischen wie das einer Schlange und mittendrin die quälenden Schreie der Menschen die im Dunkeln gefangen waren. Das trieb die Leute voran hinein in die Kirche.
Ein Schrei nach den anderen entstieg der Menschenmasse und ließ einen die Angst spüren. Das unbekannte hatte die Stadt in ihrem Würgegriff und ließ sie nicht mehr los.
Irgendwie hatten es zwanzig Menschen geschafft den Platz vor der Kirche zu überqueren als es passierte.
Hinter ihnen gab es eine gewaltige Explosion die das ganze Areal erzittern ließ. Das rote Licht brach sich blitzend an der Wand aus Dunkelheit, die selbst diesen Lichtschein nicht nach außen ließ. Die blutige Färbung ließ einige sich bekreuzigen andere wurden regelrecht elektrisier. Kreischen und Schreie vermengten sich mit dem Singsang der Gebete und vermengten sich zu einer lärmenden Kakophonie.
„Ist das der Teufel der uns holen kommt.“
„Wo sind meine Kinder. So helft mir doch ich suche meine Kinder.“
„Heiliger Schöpfer der du wachest über uns helfe uns in dieser Schweren Stunde“
Die Stimmen vermischten sich immer mehr bis man nur noch die Stimme des Pfarrers hörte der im Tor der Kirche Stand und seine Schäfchen zu sich rief.
„Hier her meine Brüder und Schwester. Kommt in das Haus Gottes seine Mauer werden uns schützen vor allem über dieser Welt.“
Die Kirche war eines der wunderschönsten Gebäude hier im Ort und nun die letzte Hoffnung auf Rettung in dieser schweren Stunde. So sollten die Häuser des heiligen Herrn auf der Erde aussehen sagte man, prunkvoll geschmückt mit Gold und allerlei Edelmetall. Gebaut aus starken dicken Steinen die alle Zeit überdauern sollten.
Hier nun hatten sich die verbliebenen Bewohner von Blue Harvest versammelt um Schutz vor dem Unbekannten zu suchen. Man konnte die den Schweiß und die nagenden Ungewissheit der Leute spüren alle fragten sie sich das gleiche wer waren diese Wesen. Die ihre schöne Welt heimsuchten.
„Meine Brüder, meine Schwestern lasset uns in diese schweren Stunde beten das uns der Herrgott Erlösung bringen mag und uns beschütz vor der Dunkelheit die unser Heim erschüttert.“ Er wartet einen Moment bis sich alle niedergesetzt hatten bevor er weiter sprach. „Der Herr sagte es werden schwere Zeiten auf euch zukommen wenn ihr euch auf die suche nach dem gelobten lande namens Erde begibt doch eure mühen werden belohnt werden. Er sprach auch ihr werdet die Dunkelheit sehen und furchten doch fürchtet euch nicht den ich werde euch helfen in eurer schwersten Stunde. Wenn ihr an mich glaubt so werde ich erscheinen und euch die Erlösung bringen und euch fortführen in das gelobte Land.“ Er hielt das Heilige Buch des Ragork in die Höhe und schaute tief in die Augen seiner Schäfchen während der Sturm an der Tür nagte und Einlass erbittet. „So steht es geschrieben und wir werden nicht weichen egal was jenseits der Pforten auf uns lauert wir werden es bezwingen wenn wir stark im Glauben an das Heilige Buch des Ragork sind. Denn er war es gewesen der es uns brachte in unserer dunkelsten Stunde und uns nach Hause in gelobte Land führen wollte. So werden wir auch diesen Weg gewinnen und ihn sicher beschreiten hinaus ins Licht.“
Er faltete die Hände zusammen und schickte ein stilles Stoßgebet gehen Himmel zu seinen Herrn in Demut und Hoffnung zugleich dass er schnell erscheinen würde. Doch die Stille wurde, durch das nagende und hämmernde Geräusch das an der Tür zu hören war, unterbrochen. Es war als ob ein Riese das Haus aus der Erde reißen wollte um es vorzutragen an einen anderen Ort.
Das gesamte Dorf war von der Dunkelheit verschluckt worden und nur noch die Kirche stand wacker als einziger Lichtpunkt in der Ebene. Doch die langen schwarzen Klauen zogen einen immer enger werdenden Kreis um das Hause Gottes um auch die letzten Seelen auf diesen Planeten zu holen.
Die tiefe Schwärze umklammerte das Dach und zog es davon als währe es aus Luft, so leicht und schnell. Der Singsang der Menschen ebneten nicht ab selbst dann nicht als der Tod seine eisigen Hände ausstreckte und nach ihren Körper griff.
Wie Tentakel schossen lange dünne Arme hinab in den Kirchenraum und ergriffen die Menschen. Diese versuchten sich krampfhaft zu befreien und dem kommenden Tod zu entkommen. Schrei halten durch die Luft die von keinen Menschen mehr gehört wurden, klagenden Laute die ihr Leid der ganzen Welt mitteilen wollten wurden nicht mehr erhört. Es war niemand mehr auf dieser Welt der sie hätte hören können.
Und streckten die Tentakel ihre Opfer in die Höhe hinein in ein helles Licht das sich am Himmel aufbaute. Dies war nicht die Erlösung, als die Pilger das Licht berührten verloren sich ihre Körper in die Unendlichkeit des Lichts.
Wunderschön war Sonnenuntergang im Frühling auf dieser Welt. Ein helles rot erleuchtet den Horizont und hüllte die Welt in einen ruhigen Mantel der Friedlichkeit. Es war als ob die Sonne gute Nacht sagen würde und hoffte sie am nächsten Tag wieder zu sehen.
Dies würde nun keiner mehr sehen, denn die Welt war leergefegt. Verlassen für immer und ewig und zurück blieben nur die spuren das es hier mal leben gegeben hatte. Das Grauen war hier gewesen und hatte alle getötet. Die Menschen die vor Stunden noch gelacht hatten waren vergessen und zurück blieb einsam und allein der Sonnenuntergang der Wunderschöne.