Die Wächterin des Himmels!
Es war eine finstere, wolkenverhangene Nacht auf Leukos! „Wäre ich eines dieser intelligenten Fledermauswesen, ein Leukothe, dann könnte mir das egal sein. Dann würde ich ein natürliches Radarsystem besitzen, und müßte mich nicht auf künstliche Lichtquellen verlassen!“ Sie holte eine stabförmige Leuchte aus ihrer Kombination, um wenigstens etwas sehen zu können. Einen winzigen Moment zitterten Sie-Sahs Hände. „Sah-Gahn Geliebter, großer Forscher, Ma-Ira meine Tochter, Freunde auf der Sternenspürer! Raus aus meinen Gedanken – raus! Nur ich habe die Kraft, die Leukothen, die Galaxis von dem schwarzen Schemen – dem dunklen Magier zu befreien! Ich muss es tun! Nocturno bedroht nicht nur die friedfertigen Leukothen – er wird die ganze Galaxis unter seine geistige Knute zwingen! Blut, Chaos und Lethargie werden herrschen!“
Sie-Sah die schwarzfellige, spitzohrige Seherin, die Geistformerin vom Eisplaneten Hasperod, nahe dem Zentrum der Milchstraße, landete ihren Gleiter am Fluss, kletterte hinaus, und streckte ihren zwei Meter großen, schlanken Körper! Hier erstarb jegliches Geräusch. Die Vogelstimmen, das Brummen der Insekten, die Laute des Waldes, alles kam wie aus weiter Ferne. Sie hörte nur das Plätschern des Flusses - die Natur hielt den Atem an. Ein hohes Kichern in ihrem Kopf! Frösteln überkam sie. Ihr Kopf dröhnte. Alles drehte sich - Übelkeit! Die Lampe entglitt ihrer Hand, fiel klirrend zu Boden. Sie-Sah schrie, schwankte, blieb mit der Stiefelspitze an einem der herumliegenden Steine hängen, fiel der Länge nach hin! Geröll, Staub - spritzte zur Seite, kleine Kiesel rissen ihr die Kombination an Knie und Ellebogen auf. Schweratmend blieb sie liegen, konzentrierte sich, nahm alle Kraft zusammen, dachte an Schnee aus der Eiswüste Hasperods, der den Schmerz linderte, dachte an Eisblumentee, der die Übelkeit nahm. Sie formte in ihrem Geist einen Besen aus Stahl, der allen Druck aus ihrem Kopf kehrte, wie einen Haufen schwarzen Drecks. Ihr Kopf wurde freier, sie atmete leichter. Ihr Blick fiel auf die Stablampe, wenige Meter vor ihr auf dem Boden, sie funktionierte! Sie-Sah packte die Lampe und rappelte sich hoch. In ihrem Lichtkegel erschienen die Umrisse einer steilen Felswand, sie ließ den Strahl wandern, plötzlich brach er sich in einem dunklen unregelmäßig geformten Nichts. Sie-Sah hockte genau vor der Höhle!
Hohes schrilles Kichern! Sie sprang auf wankte! Schmerz – wühlte wie ein Messer in ihrem Kopf. Undeutlich sah sie, wie sich eine Gestalt aus dem Schatten der Höhle löste, und mit wehendem Umhang auf sie zu schritt.
„Nocturno - du kriegst mich nicht!“ Schweratmend, zog sie das mentale Messer aus ihrem Geist. Schweiß stand auf ihrer Stirn. Mit äußerster Konzentration bildete sie einen Pseudoarm, weiß, durchscheinend und schleuderte das Messer nach einem schwarzen, gewundenen Klumpen, der in einem dunklen See schwamm. Ein Aufschrei! Blitze zuckten, Felsgestein löste sich, ließ den Bach, hoch aufspritzen. Psi-Energien tobten. Wenige Meter vor ihr stand die Gestalt Nocturnos. Die Lederschwingen weit ausgebreitet, die Krallenhände ausgefahren. Wie eine überdimensionale Fledermaus, bleckte er mit schmerzverzerrtem Gesicht die langen Eckzähne. „Gut Seherin“, grollte er. Die erste Runde geht an dich. Aber glaube nicht, das du gewonnen hast!“
Er schien den Schmerz überwunden zu haben und grinste sie diabolisch an. Seine Zähne, dachte sie schaudernd, oh lieber Himmel! Sie sind blutverschmiert!“
Nocturnos Gestalt wurde von kaltem Licht umflossen. Sekundenlang geschah nichts, dann öffnete er seine Augen, und schleuderte aus den Tiefen seiner Pupillen weißglühende Energie! Fluchend ließ sich Sie-Sah fallen. Fauchend schossen die Strahlen über sie hinweg in den Felsboden, und wirbelten eine Staubsäule auf, die man noch über die Schlucht hinweg sehen musste. Hustend, spuckend kam sie in die Hocke. Halb blind, blinzelte sie durch den Staubschleier. Sie konnte Nocturno nicht erkennen, aber sie spürte seine negative, Ausstrahlung. Hoch konzentriert ließ sie das Bild einer steinernen Mauer in ihrem Geist entstehen, bog die Mauer zu einem Kreis und umschloß ihn damit. „Hier kannst du nicht rein!“ Tastend versuchte sie nach seinen Gedanken zu greifen. Sie prallte gegen einen Stahlmantel. Was verbarg er?
Rechts von ihr gluckerte und brauste es. Knietief stand sie in eiskaltem Wasser, die Strömung riß sie fast von den Beinen. Geistesgegenwärtig warf sie die Arme nach hinten und konnte ihr Gewicht gerade noch ausbalancieren. „Du Dämon, du willst alles ertränken!“
Das Wasser reichte ihr bis zur Brust, sie konnte kaum stehen. Hastig schloß sie die Augen. Fließe Energie, fließe! Dringe ein in seinen Körper. Sie schwamm durch rot phosphoreszierende Tunnel. Es rauschte und klopfte rhytmisch. Eine riesige Aorta tauchte vor ihr auf. Sie sah – das, schlagende Herz. Sie-Sah streckte beide Hände aus, Hände die anwuchsen zu Schaufeln, presste das Herz immer weiter zusammen! Keuchen drang an ihr Ohr, ein Schrei voller Wut und Schmerz, qualvolles Luft schnappen. „Hör auf“, wimmerte es in ihr! „ Es tut weh!“
„Nein! Ich höre nur auf, wenn du den Fluß wieder in sein Bett zurückschickst.“ Der Fluss stieg weiter! Das Wasser reichte ihr bis zum Kinn und überflutete den Höhleneingang.
„Und wenn nicht?“
„Dann werden wir eben beide sterben Nocturno!“
Nach einigen Sekunden fing das Wasser an zu sinken. Langsam, dann immer schneller floß das Wasser in sein Bett zurück. Es war Zeit, sie spürte ihre Kräfte nachlassen, der Schweiß lief in Strömen den Körper hinunter. Die Bilder in ihrem Geist flackerten. In ihrem Kopf tobte ein mörderischer Schmerz. Mit einem Aufschrei ließ sie los. Die Schwäche ließ sie taumeln. Am Rande ihres Gesichtsfeldes nahm sie wahr, das es Nocturno nicht besser ging als ihr.
„Wenn ich jetzt die Kraft dazu hätte,“ dachte sie, „ich könnte ihn töten! Ihr habt Recht „Bund der Gehirne“, er ist zu schlagen. „Ich muß meine Konzentration verstärken!“ „Du musst aus deinem Körper austreten, und ihn ebenfalls aus seiner Hülle locken! Dann ist deine Hülle zwar verwundbarer, doch nur so kannst du ihn besiegen. In einem rein geistigem Kampf!“
„Nun Nocturno!“, rief sie. „Hast du genug? Du siehst, dass du mich mit solchen Kindereien nicht schrecken kannst! Du kannst eine Katastrophe nach der anderen auslösen. Es wird dir nichts nützen! Ich werde meinen Geist fliegen lassen. Ich werde dir die Lungen zerquetschen, oder besser, die Adern zerreißen. Ich brauche nicht in dein Gehirn zu kriechen um dich zu töten! Ich werde dich von allen Seiten angreifen. Du bist zu schwach um aus deinem Körper auszutreten und dich in einem rein geistigen Kampf mit mir zu messen! Warum sonst hast du die Mentalkraft von anderen Lebewesen nötig um zu herrschen.“ Sie hatte sich erholt, ihre Beine standen wieder fest auf dem Boden, ihre Sehkraft kehrte zurück. Der Mond hatte ein Einsehen. Nocturno zeichnete sich als schwarze Silhouette vor der jetzt hellen Landschaft ab. Rotglühend – erschienen Sie-Sah seine Augen! Dunkles Grollen kam aus seiner Kehle.
„Du spielst hoch Seherin! Du glaubst, mir fehlt es an Kraft und Mut? Du Närrin! Deine läppische Attacke hat mich nicht geschwächt. Du weißt nicht, mit wem du dich anlegst!“
Sie-Sah hielt die Augen geschlossen. Nocturnos Worte wurden für sie zu Hintergrundgemurmel. Sie fiel in eine Welt von weißen, elektromagnetischen Wellen, von ständig feuernden Blitzen und Synapsen, fühlte sich leicht, schwebend, setzte sich neu zusammen und stieg auf.
Majestätisch rauschte der Fluß durch die felsige Landschaft. Geheimnisvoll erhellt durch den Mond. Da war noch etwas anderes. Eine Ahnung, eine Gewissheit von Schrecklichkeit. Ein flatternder, dunkler, Schemen, mit weit aufgerissenem Rachen. Sie-Sah sprang erschrocken zurück, doch es war zu spät. Sie stöhnte leise, ein Ziehen ging durch ihre Astralleib. Der dunkle Rachen kam immer näher. Das Ziehen wurde stärker, qualvoller. Sie baute eine Wand aus Lichtenergie auf, versuchte sich dagegen zu stemmen. Sie wurde durch diese Wand gesogen, als wäre es nichts.
“Hat dir Melpor das nicht gesagt? Ich bin der, der die Naturkräfte beherrscht! Ich bin der Blut- der Mentalsauger. Ich werde auch deine Energie aufsaugen. Ich werde die Mentalenergie aller Bewohner dieses Planeten aufsaugen. Auch derer die mir dienen. Sie sind ja so leichtgläubig! Ich werde meine Körperlichkeit abwerfen und über die Galaxis herrschen!“
Sie spürte den eiskalten Atem Nocturnos, driftete hilflos auf den schwarzen, gasförmigen Schemen zu, ihre Substanz wurde immer dünner und länger, sie begann sich zu verlieren.
Kalte Heiterkeit dröhnte in ihren Ohren! „Da hast du wohl einen Fehler begangen Seherin, was?“ Die Wand aus Licht entfernte sich immer weiter aus ihrem Blickfeld. Die Wand aus Licht! Es ist das Licht der Sterne, das komprimierte Licht tausender Sonnen und Galaxien, die Gedankenblitze des umfassenden, allgegenwärtigen Geistfeldes. Ich habe es mit all meiner Kraft zusammengezogen. Ich kann es auch wieder einstürzen lassen – und es wird Nocturno verbrennen!“
Verzweifelt, schmerzgepeinigt, bot sie ihre letzte Kraft auf. Etwas in ihr erzitterte, drängte nach außen. Ihre Energiewand wurde heller, weißglühend, schleuderte Blitze, und hüllte Nocturno vollständig ein!
„Das ist kein Gewitter, das ist ein Weltuntergang“, schrie Nephets-Gnikwah und schüttelte heftig den Kopf. Sein braunroter Fellzopf flog wie eine Peitsche von einer Seite zur anderen. Der Radar der Spacejet hatte die Schlucht lokalisiert. Aber die Haspiri konnten weder die Höhle, die im Schatten lag, noch ein lebendes Wesen ausmachen. Innerhalb von Minuten flogen Steinbrocken durch die Luft, erhob sich eine riesige Staubfontäne, die fast ihren Jet berührte. Der Lärm war infernalisch! Nur durch geschicktes Manövrieren konnte Sah-Gahn ausweichen. „Bei Gorgos“, Sah-Gahn fuhr mit allen fünf Fingern durch sein dunkelbraunes langes Kopffell „irgendwer langt da ganz schön zu.“ Sein langer Spitzbart sträubte sich. „Wenn Sie-Sah da unten ist müssen wir ihr helfen!“
Ma-Ira, Sie-Sahs jüngeres Ebenbild, beugte sich erregt vor – „sie ist in der Schlucht! Ich sehe sie nicht, aber ich spüre sie!“
Sah-Gahn leitete den Sinkflug ein. Bäume und Felswände rauschten an ihnen vorbei. Sie landeten hinter einem riesigen Felsbrocken. „Wir müssten noch weit von der Höhle entfernt sein“, sagte er als sie heraussprangen.
„Gut so,“ Ma-Ira packte ihren Strahler, und blies eine schwarze Fellsträhne aus ihrem Gesicht. Ihre dunklen, bodenlosen Augen blitzten! „Kommt, wir schleichen uns von hinten an!“
Die Schlucht war zu beiden Seiten eng und kaum begehbar. Nach wenigen Metern öffnete sie sich, und wurde zu einem Taleinschnitt. Da geschah es!
Ein weißglühender Lichtstrahl, scharf wie eine Laserlanze, schoß aus einer schwarzen, rotglühenden Wolke von gewaltigem Ausmaß, in einen am Boden liegenden Körper vor der Höhle. „Nein! Sie-Sah!“, schrie Sah-Gahn! „Nein!“ Er heulte auf wie ein verwundeter Wolf und lief los, mitten hinein in die tobende Natur.
„Warte Vater!“
„Kommandant, Sah-Gahn um Gorgos Willen geh jetzt nicht da hin!“, Nephets-Gnikwah! Sah-Gahn beachtete ihn nicht. Fiebriges Entsetzen hatte ihn gepackt, ließ ihn über Felsbrocken klettern, über umgestürzte Baumstämme springen, hielt ihn aufrecht auf dem kieselartigen Geröll, das nun überall herumlag. Endlich – nach Ewigkeiten schien es ihm, erreichte er den freien Platz vor der dunkel gähnenden Höhle! Als sei er vor eine Wand gelaufen blieb er abrupt stehen. Der Mond beschien den weiblichen Körper hell, der dort lag. Schwankend schloß er die Augen. „Nein,“ murmelte er. „Nein, bitte nein! Du bist nicht Sie-Sah! Er öffnete sie wieder, sah auf das hinunter, was einmal war und brach schluchzend in die Knie! Mit seinem Oberkörper bedeckte er die Reste ihrer sterblichen Hülle, als wolle er sie beschützen! Er spürte kaum die Umarmung seiner Tochter, spürte nicht Nephets harte Faust, die sie beide dort wegzerren wollte. „Kommt weg da! Oder wollt ihr auch drauf gehen! Nocturnos Schergen schlafen nicht. Sie werden jeden Augenblick aus der Höhle kommen und uns angreifen!“ Gemurmel in seinen Ohren. - Eine sanfte Stimme wisperte. – „Sah-Gahn!“ Und dann, hüllte es sie alle ein, eine kugelige Wolkenformation, die ein warmes, gelbes Licht verströmte. Mit einem Schlag – verstanden sie!
Es durfte nicht sein! Es durfte nicht sein! Alles würde zerstört werden. Verzweifelt bot sie ihre letzten Kräfte auf!
Etwas in ihr erzitterte, drängte nach außen. Ihre Energiewand wurde heller, und hüllte Nocturno ein. Sie ächzte, fühlte wie eine gewaltige Energie aus ihr herausfloß. Ihre mentalen Ohren hörten Nocturno, den schwarzen Schemen schreien. Weißglühend, durchbohrt von zuckenden Blitzen, schleuderte er halb klagend, halb zornig, einen gleißenden Energiestrahl auf den leblosen Körper in der Schlucht, und zerstob kurze Zeit später in einer gewaltigen, funkensprühenden Explosion! Eine Zeit lang regte sich nichts mehr, nur ein lauer Wind strich durch die Schlucht. Geräusche von Tierwesen wagten sich plötzlich wieder hervor. Sie-Sah betrachtete gleichgültig den zerfetzten weiblichen Körper, der vor der Höhle lag. Sie hatte nicht mehr die Kraft zurück zu kehren.
Ich zerfließe, meine Substanz zerbricht! Die Welt rückt in weite Fernen. Wie ein Blick von oben. Ein schwächer werdendes Echo! Sah-Gahn großer Forscher, Liebster! Ma-Ira, meine Tochter, Nephets mein Freund. Lebt wohl! Laßt euch nicht lähmen durch eure Trauer. Ich drifte höher und höher. Leukos nur noch ein kleiner Punkt. Immer weiter fließt meine Kraft auseinander. Die Bilder verschwimmen, Gefühle erstarren. Es wird schwarz, gleißende Lichtpunkte, drehende Spiralen! Alles zerreißt in einem lautlosen Knall! Sonnen, Planeten, Galaxien, in kaleidoskopartigen Schnipseln! Millionenfache Euphorie! – wieso? Bin ich denn nicht verweht? Ist das nur eine andere Vorstufe des Sterbens? „Sie-Sah“ wisperte es in ihren Millionen Schnipseln. „Sie-Sah, Wächterin des Himmels!“ „Bund der Gehirne? Seid ihr es? Wieso kann ich noch denken, obwohl ich so zerrissen bin?“ „Dies ist der letzte Dienst, den wir dir für deine Hilfe, dein Opfer erweisen können!“ „Habe ich ihn besiegt?“ „Er ist in einem Funkenregen explodiert. Du hast die Galaxis dem Chaos entrissen. Aber dein Körper ist zerstört, dein Geist wurde in Millionen Stücke gesprengt. Doch wenigstens diese Schnipsel konnten wir stabilisieren. Nun bist du die Wächterin des Himmels, zerstreut über dieses Sternensystem. Du hast die Aufgabe über das Leukossystem zu wachen, helfend einzugreifen, Entwicklungen, Intelligenz voranzutreiben! Du wirst Verbindungen aufnehmen mit den anderen Wächtern. Da gibt es zum Beispiel Lichtjahre entfernt, das Sonnensystem der sogenannten Menschen. Aufstrebende Kinder, die entweder groß werden, oder gefährlich. Ihr Wächter hat dieselbe Funktion, nämlich unbemerkt beratend einzugreifen!“ Meine Schnipsel tanzen verwirrt. „Ich habe noch viele Fragen!“ „Die musst du dir selber beantworten.“ Ich horche vergeblich. Der Bund der Gehirne schweigt. Vorsichtig strecke ich meine Fühler aus – tanzende Monde, das Krachen und dröhnen der fünf Planeten im Leukos System. Die Stimme von Leukos selbst. Sie ist dunkel, volltönend, sie ist voller Optimismus. Ich bin befreit wispert er, ich bin befreit! Ja, Leukos hat eine Stimme! Eine gedankliche Stimme! Der Planet lebt. Alle Himmelskörper sind lebende Organismen! Das weiß ich jetzt! Ein Schwindel ergreift mich. Leukos – die Leukothen, Ausstülpungen, Kinder des Planeten – die Sonne – das System – seine Schwestern – die Galaxie – der Sternhaufen – das – nein das ist noch zuviel! Das können meine Kräfte noch nicht beherrschen! Die Millionen fremder Farben, Gefühle, Stimmen, Leben! Das muß ich noch üben – und doch ist es schön und berauschend! Sah-Gahn, Ma-Ira und all ihr anderen Freunde – ich werde euch nie vergessen! Aber das ist jetzt meine Aufgabe! Ja! Ich bin Sie-Sah, die „Wächterin des Himmels!“