Der Sieger

 

Reginald war ein geborener Sieger. Ein Auserwählter. Die Sorte Mensch deren genetisches

 

Potential und Opferbereitschaft sie aus den vergifteten Slums der Erde emporsteigen ließ. Der

 

Neid der schwächeren Sportler war ihm lebenslang sicher. Selbst nach seinem Tod würden sie

 

ihn noch für seine Leistung hassen.

 

Höher ,weiter und schneller.Unaufhaltsam und verbissen. So hoch das er ein Ziel erreichte das

 

die meisten Menschen nur aus Gute- Nacht- Erzählungen kannten.

 

Die unlimitierten olympischen Spiele auf dem Mars.

 

Er war da .Die Erfüllung seiner Träume stand unmittelbar bevor.

 

Sein psychologischer Coach redete mit der Konstanz eines Besessenen auf ihn ein:

 

„ Du bist kein Gott. Du bist aber auch kein Mensch mehr. Merk dir das mein Junge.

 

Du bist Olympionike bei den unlimitierten Spielen. Kein Körperkrüppel von den freien

 

Spielen.“ äffte der Coach „Diese Erdpest würde schon tot umfallen wenn sie nur ein zehntel

 

deiner Modifikationen über sich hätten ergehen lassen“.Erdpest-. Reginald hasste dieses

 

Wort. Jeder Erdbewohner war automatisch eine „Erdpest“ .Also auch Reginalds Mutter

 

die kaum noch ohne Atmungsgerät leben konnte. Oder seine vier Brüder von denen zwei

 

offiziell als Zwitter eingestuft waren. Zwei von zigtausenden von Hermaaphroditen deren

 

Erbgut durch Umweltgifte im Grundwasser beschädigt worden war .Und dieser Schwätzer

 

redete von ihnen als ob sie Ungeziefer waren.

 

Sein gewaltiger Körper zeigte dennoch keine Regung.Die

 

unzähligen Operationsnarben und die Muskelberge unter seiner Haut gaben ihm

 

das Aussehen eines zerklüfteten Granitblocks den jemand hier vergessen hatte.Die stählerne

 

Bank auf der er saß , bog sich unter seiner Körpermasse. Sein Körpergewicht betrug das

 

doppelte eines normalen Marsianers .Sein Kopf

 

der ohne Halsansatz in den Körper überging erschien wie eine steinerne Totenmaske .Der

 

Coach steigerte seine Lautstärke nochmals. “Kein Versager der nur von der Teilnahme träumt .

. Du wirst gewinnen und ein König sein. Frauen werden ihre Ehemänner töten damit sie mit dir

 

Schlafen können.“ Der Coach holte tief Luft. Es war scheinbar das

 

erste Mal in den letzten 10 Minuten das er atmen mußte

 

„Was bedeuten da schon ein paar Schmerzen die du durchleiden mußtest um hierhin zu

 

kommen? Nichts –dein Traum wird wahr werden-du wirst ein Vorsitzender bei Elysius

 

werden.

 

All deine Nachkommen werden das unfassbare Privileg haben von Geburt an

 

Firmenzugehörige bei Elyssius zu sein. Sie werden nicht auf der Erde herumvegetieren wie

 

du in deiner Kindheit. Keine Asthma-Anfälle. Keine Pseudocholera .

 

Nichts von alledem-hier auf dem Mars werden sie sauberes Wasser trinken. Reine Luft atmen.

 

Und du kannst du deine Familie nachholen und hier heilen lassen.“

 

Die Worte des Coachs donnerten durch Reginalds Gehörgänge. Für einen Moment konnte er

 

sich selbst und seine Familie sehen wie sie zusammen ihn perfekter Harmonie auf dem

 

Mars lebten. Elysianer auf Lebenszeit.

 

Die Firma war bekannt dafür das sie ihre Versprechungen einhielt. Sie würde sich um ihn

 

kümmern wenn er nur noch ein Krüppel war.

 

Sein Arzt hatte ihm prognostiziert das der voraussichtliche Zusammenbruch in 3-4 Jahren

 

stattfinden würde. Vorausgesetzt das ihn keine Überlastung während der unlimitierten Spiele

 

tötete. Wenn er sie überstand und würden die besten Ärzte der Menschheit

 

versuchen die Nebenwirkungen seiner Modifikationen abzufangen. Er hatte jetzt schon drei

 

Schlaganfälle hinter sich. Als er an die Zeit im Krankenhaus dachte, nachdem ihn der letzte

 

Schlaganfall halbseitig gelähmt hatte, schauderte es ihn. Mühsam hatte man seine

 

beschädigten Gehirnareale regeneriert und die Venen und Adern

 

künstlich verstärkt. Aber das war normal für

 

einen 25jährigen Teilnehmer der unlimitierten olympischen Spiele. Das Gendoping führte

 

zwar zu imposantem Muskelwachstum -aber manchmal halt auch

 

dazu das Adern im Kopf platzten.Wenn man Glück hatte erreichte man den Ruhestand.

 

Der Ruhestand bedeutete für einen Olympioniken aber nur einen ständigen Kampf gegen das

 

Versagen des

 

eigenen, geschundenen Körpers. Reginald hatte unzählige Modifikationen hinter sich.

 

Das Rückgrat war der einzige Bereich seines Skelettes der nicht gegen eine

 

Titanstahllegierung ausgetauscht worden war. Dieser Titanstahl war auswechselbar und ließ

 

sein Immunsystem verrücktspielen-aber er war auch der einzige Grund weshalb sein Köper

 

noch nicht unter den gewaltigen Trainingsbelastungen zerquetscht worden war. Jeder

 

wußte das bei Neo-Sportlern kaum noch etwas von dem

 

ursprünglichen menschlichen Basismaterial übrig war. Die Massen ergötzten sich an den

 

fantastischen Leistungen die man bei diesen Sportveranstaltungen erreichte. Egal

 

um welchen Preis.

 

Reginald erinnerte sich kurz daran was er in seiner Kindheit über die unlimitierten

 

olympischen Spiele gehört hatte. Die meisten Stimmen waren neidisch gewesen.

 

Vor allem wegen des Prestige und des unglaublichen Reichtums den unlimitierte

 

Olympioniken

 

genossen. Aber es gab auch einige wenige Personen die sich kritisch geäußert hatten.

 

Verschwommen erinnerte er sich an den Präsidenten der sogenannten „Freien Olympischen

 

Spiele“ der die unlimitierten Spiele als „Neodarwinistische Monstrositätenshow“ bezeichnet

 

hatte .Früher hatte er diesen Begriff nicht verstanden. Jetzt wußte er es um so besser.

 

Die Freien Olympischen Spiele waren vor langer Zeit entwickelt worden als Gegenbewegung

 

gegen die immer raffinierteren Gendopingmethoden .Jede Art von chemischer , genetischer

 

oder chirugischer Manipulation an den Athleten war verboten . Während dieser alternativen

 

olympischen Spiele starb auch kein einziger Athlet.

 

Bei den unlimitierten olympischen Spielen krepierte hingegen jeder fünfte Athlet während

 

des Wettkampfes an Herzinfarkt, Hirnschlag oder multiplem Organversagen . Nur die

 

außergewöhnliche Leistung war in den Augen der marsianischen Gesellschaft etwas wert.

 

Der psychologische Coach bemerkte das Reginalds Gedanken abschweiften. Irgendwie hatte

 

dieser Schleifer einen Blick dafür“ Träumst du etwa schon wieder? In drei

 

Minuten ist es soweit-dann mußt du raus in die Arena-konzentrier dich .. Jede Schwäche kann

 

dich zum Versager machen“ Der Coach machte eine kurze Pause „Oder willst du

 

ein Verlierer auf der Erde sein“?

 

„Vielleicht zusammen mit dieser Cyberleiche mit dem du früher zusammen warst? Wie

 

kannst du von einer Frau träumen die noch nicht mal die Kraft besitzt sich der Realität zu

 

stellen?Willst du diese Netzabhängige Null heiraten und ein paar chronisch kranke Kinder

 

zeugen? Oder willst du dich mit ihr ins Exonet einloggen und vor der

 

Realität fliehen?Vor einer Realität in der du gescheitert bist weil du die Kontrolle verloren

 

hast?“.

 

Reginald spürte die alte , kochende Wut in sich aufsteigen. „Cyberleiche“-Niemand durfte so

 

über Deidre reden .Niemand der weiterleben wollte. Er erhob sich langsam und richtete sich

 

zu seiner vollen Größe von zweimeterzehn auf. Seine Muskelberge verkrampften sich und

 

eine lange ,dicke Ader erschien auf seinem haarlosen Schädel. Reginalds lippenloser Mund

 

öffnete sich zu einem zähnebleckenden Grinsen .Seine gewaltigen Hände öffneten und

 

schloßen sich immer wieder.Es war ein Tic von ihm der einen seiner Wutanfälle ankündigte

 

.Der Psycho-Coach bemerkte die Gefahr und wich trotz der umfassenden

 

Sicherheitsvorkehrungen zurück. Eine von Reginalds Pranken war groß genug um den

 

Kopf des Coachs komplett zu umschließen. Und zu zerquetschen Das Wachpersonal nahm

 

Reginald mit ihren Paralysatoren ins Ziel.

 

„Nenn sie nie wieder so. Sonst ist es das letzte was du jemals sagen wirst.“

 

Der Chef der Wächter mischte sich ein“ Nun mal langsam mein Großer wir alle arbeiten doch

 

auf dasselbe Ziel hin.Es wäre doch Wahnsinn nach all der Vorbereitungen hier auszurasten .

 

Nicht jetzt. Nicht zwei Minuten vor deinem Einlauf“. Reginalds Beine waren dick wie

 

Baumstämme aber zitterten nun wie Espenlaub .Er war sich nicht sicher ob er seinen

 

Tobsuchtsanfall unter Kontrolle kriegen konnte.Oder ob er es wollte. War es nicht viel

 

schöner diese zweibeinige Ratte zu zerreissen?

 

Der Sicherheitschef schien die Gedankengänge Reginalds zu erahnen. Er versuchte souverän

 

zu bleiben.Aber er hatte schon mehrmals erlebt wie Olympioniken wegen der

 

„Motivationsreden“ ihrer Psycho-coachs die Beherschung verloren.

 

Psycho-Coachs arbeiteten oft mit Demütigungen.Wut war der beste Garant für sportliche

 

Höchstleistungen.

 

Olympioniken waren nun mal Autisten die nur für ihre sportliche Laufbahn lebten und

 

dachten.

 

Aber die Unmengen an Medikamenten in ihrem Blut und das künstlich stimulierte

 

Agrressionsareal in ihrem Stammhirn machten sie manchmal unkontrollierbar..

 

Ein Olympionike brauchte einen unbedingten Killerinstinkt.Deswegen nahm man es billigend

 

in Kauf wenn ein Neo-Sportler ab und an versuchte seinen Coach zu töten. Normalerweise

 

reichten die Paralysatoren aus um einen Elefanten zu stoppen..Aber was bedeutete schon

 

„Normalerweise“ im Zusammenhang mit einem aussrastenden Olympioniken?

 

Man mußte halt verrückt sein sich so zu quälen. Und schließlich wenn man alles gewonnen

 

hatte was möglich war sein Leben als wandelnde Operationsnarbe zu verbringen .

 

Aber andererseits fand der Chef des Sicherheitsdienstes es ziemlich nachvollziehbar einen

 

Mann

 

zerreißen zu wollen der die eigene Freundin als Cyberleiche tituliert hatte. Der Tod eines

 

Psychocoaches war in den Sportligen des Mars ein zusätzlicher Kostenfaktor und sonst

 

nichts.

 

Gerade als Reginald das Gefühl hatte das seine Schädeldecke explodieren und die Wut sich

 

ihren Weg bahnen würde, ließ sein Zorn etwas nach. Mühsam bekam er sich wieder

 

unter Kontrolle.

 

„Das ist es nicht wert .Wenn ich gewonnen habe kann ich ihm immer noch die Zunge

 

herausreißen. Aber nicht jetzt.Ich muß mich konzentrieren“. Aber gegen seinen Willen

 

tauchte vor seinem geistigen Auge

 

wieder die sanft lächelnde Deidre auf. Sie war immer noch wunderschön obwohl das

 

tagelange Surfen im Exonetz ihr langsam das Aussehen einer Magersüchtigen bescherte.

 

Das Permanent-Modem war erst vor einigen Wochen in den Schädel implantiert worden

 

und ihr sanft gewelltes braunes Haar bedeckte die Operationsnarbe nur spärlich.

 

Das Exonet war die logische Weiterentwicklung des alten Internets.Die Daten wurden

 

in Stromimpulse umgewandelt die gezielt spezielle Gehirnregionen stimulierten.

 

War man einmal eingeloggt konnte man nicht mehr zwischen der virtuellen Welt des Exonetz

 

und der tatsächlichen Realität unterscheiden.

 

Der größte Teil der Exonet-Süchtigen ließ sich hauptsächlich das Sexualzentrum in der

 

Goßhirnrinde stimulieren.Man konnte sich dann zu virtuellen Orgien im Exonetz treffen

 

Doch Deidres Implantat stimulierte nur ihr Phantasiezentrum.Reginald hatte sie einmal bei

 

ihrem Cyber- Rausch begleitet.In der

 

virtuellen Realität des Ethernetz war die Erde ein wundervoller Ort.Die Luft war rein und

 

schmiegte sich sanft gegen das Gesicht. Er stand auf einer endlosen grünen Wiese und

 

wärmte seinen Körper im goldenen Licht einer perfekten Sonne. Er hatte damals angefangen zu verstehen warum Deidre immer

 

mehr Zeit an diesem imaginären Ort verbringen wollte.Was war die reale Welt schon anderes

 

als ein Vorhof zur Hölle im Verhältnis zu diesem Garten Eden?

 

Alleine der Gedanke an seine sportlichen Ziele hatte ihn zurück in die unbarmherzige Realität

 

getrieben.Doch danach hatte er Deidre mit anderen Augen gesehen..Jede Woche verstarben

 

unzählige Exonetz-Abhängige an ihrer Sucht.

 

Es war wahrscheinlich ein sehr schöner Tod.Ein

 

sanftes Einschlafen während man sich bereits in einem wundervollen Traum befand.

 

Es war ein gnädiges Ende.

 

Er erinnerte sich an sein letztes Treffen mit Deidre.Ihre Augen waren größer geworden und

 

man konnte deutlich die roten Äderchen in ihren Augäpfeln sehen. Jeder Cyberjunkie sah

 

nach einer gewissen Zeit so aus .

 

Sie hatte lächelnd zu ihm hochgesehen und sein bereits durch erste Operationsnarben

 

entstelltes Gesicht gestreichelt. „ Mein großer, lieber Bär.Was machst du nur? Ist es all das

 

wert?.Die Marsianer betrachten dich doch nur als Monster...“ Deidre stiegen die Tränen in die

 

Augen“ Du hast dich verändert.Du hast doch ein gutes Herz.Warum willst du das Gute in dir

 

opfern ?.“

 

Mühsam hatte er geantwortet.“Was soll ich sonst tun?. .Kranke Kinder zeugen und zusehen

 

wie sie nach einigen Jahren ersticken weil ihre Lungen den Dreck in der Luft nicht vertragen?

 

Oder soll ich mich mit dir ins Ethernet einloggen? Bis wir eines Tages aufwachen und merken

 

das wir uns nicht mehr bewegen können weil unsere Muskeln verkümmert sind. Soll ich

 

meine Mutter hier alleine zurücklassen“?

 

Er schrie jetzt fast“Nein -Ich kämpfe .Vielleicht gehe ich

 

unter .Aber ich weiß dann wenigstens das ich es versucht habe ein

 

besseres Leben für uns alle zu erreichen..“

 

Als sie sich umdrehte und weglief wurde ihm klar das er sie zu sehr verletzt hatte.Das ließ ihn

 

nur noch wütender werden.Er hatte sie danach nicht mehr wiedergefunden.Das war kurz vor

 

seine Übersiedlung auf den von Firmen regierten Mars geschehen

 

Die demokratischen Staaten hatten die Besiedlung des Mars frühzeitig aufgegeben.Sie waren

 

zu beschäftigt damit die Religionskriege und Umweltverschmutzung zu überstehen.

 

Also hatten die mächtigsten Firmen angefangen den Mars urbar zu machen und unter sich

 

aufzuteilen. Nur die erfolgreichsten Mitglieder der jeweiligen Firma erhielten das Recht auf

 

den Mars überzusiedeln.

 

Man vererbte seine Firmenzugehörigkeit an die Nachkommen und war perfekt versorgt.Die

 

Geburt erfolgte im firmeneigenen Krankenhaus ,dann besuchte man den firmeneigenen

 

Kindergarten und die Grundschule, lebte im Distrikt der ausschließlich der jeweiligen Firma

 

gehörte und heiratete ausschließlich Angehörige der eigenen Firma.Man war versorgt-von der

 

Wiege bis zur Bahre.

 

Deidre hatte sich eine Zeitlang für die Gleichheitsliga engagiert. Aber dann hatte sie

 

aufgegeben. Sie hatte überhaupt alles aufgegeben außer dem Exonet. Die Erinnerung an

 

Deidre durchzuckte ihn wie sein Blitz-was wenn er sie nie wiedersah?Er bekam Angst.

 

Wie soll ich als Krüppel leben –wenn sie nicht bei mir ist“?

 

Dann fing der PsychoCoach wieder an zu schreien “ Jetzt ist Schluß-wir haben genug Zeit

 

vergeudet.Du mußt jetzt raus.Vergiss alles um dich herum. Vergiss dein

 

Leben. Vergiss den Tod.Jetzt zählt nur noch was du in den nächstes tust.

 

Erst das Gewichtheben und das Werfen .Dann die Zweikampfdisziplinen..Denk dran-ein

 

verlorener Wettkampf bedeutet noch

 

nicht das Ende.Nur die Gesamtpunktzahl zählt“..

 

Der Psychocoach drehte sich um und blickte skeptisch zum Assistenten“ Ist der

 

Empfang seines Permanent-Modems perfekt? Denk dran es haben sich mehrere

 

Hunderttausend User dafür eingetragen.Einige von ihnen sind wirklich hohe Tiere.Wenn sie

 

enttäuscht werden sind wir mindestens unseren Job wenn nicht sogar unsere

 

Aufenthalterlaubniss los“.

 

Am Anfang hatte es Reginald noch gestört das unzählige Leute durch sein Permanentmodem

 

an seinem Gefühlsleben während der Wettkämpfe teilnehmen konnten.

 

Während sie sicher in ihren Sesseln saßen, konnten sie dasselbe sehen und fühlen wie er

 

wenn er keuchend eine halbe Tonne über den Kopf hob. Seine Wut wenn der Gegner ihm im

 

freien Ringkampf versuchte die Halsschlagader abzuklemmen. Und schließlich

 

wenn er versuchte das letzte aus seinem Körper herauszuholen.

 

Falls er gewann durften sie seinen Triumph und seine Freudentränen

 

miterleben. Was würden sie wohl empfinden wenn er während der Spiele verstarb?

 

Aber diese Frage hatte ihn nur früher beschäftigt. Jetzt war alles außer dem Wettkampf egal.

 

Als er von den Sicherheitsleuten begleitet die Arena betrat, schwoll ohrenbetäubender Beifall

 

an. Der Schall ihrer Jubelrufe legte sich wie eine warme Dusche über seinen Körper. Man

 

erwartete viel von ihm. Zu Recht.

 

Er würde den Wettkampf gewinnen. Bald danach würde er nur noch ein chronisch kranker

 

Krüppel sein. Aber ein Krüppel der Deidre in den Armen halten würde. Ein Krüppel der das

 

Schicksal seiner gesamten Familie zum Guten gewendet hatte..

 

Was bedeutete da schon sein Schmerz ?

 

Er tat was er tun mußte.

 

Er war ein Sieger.